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Aryzta nur dank Zukäufen mit guten Zahlen

Aryzta: Das organische US-Geschäft läuft eher schleppend.  Keystone

In Europa bleibt Aryzta auf Kurs, in Nordamerika wächst der Nahrungsmittelkonzern aber nur dank Zukäufen. Unterm Strich resultiert ohne Zukäufe ein eher mageres Jahr für die Firma.

Veröffentlicht am 02.12.2014

Der Nahrungsmittel-Konzern Aryzta hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2014/15 (per 31.10.) den Umsatz im Kernbereich Food (Backwaren) deutlich gesteigert, wobei der Grossteil aus Akquisitionen stammt. Während der Konzern in Europa ein organisches Umsatzplus erzielte, fiel dieses in Nordamerika negativ aus.

Der Food-Umsatz stieg im Berichtsquartal um knapp 18 Prozent auf 937,8 Millionen Euro, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst. Während Akquisitionen 15,5 Prozent und Währungsveränderungen 1,8 Prozent ausmachten, blieb das organische Wachstum mit lediglich 0,5 Prozent etwas zurück.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Aryzta die Umsatz-Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) zwar ziemlich genau erreicht, lag beim organischen Wachstum allerdings etwas darunter. Geschätzt wurde ein Umsatz von 937 Millionen Euro sowie ein organisches Wachstum von 1,1 Prozent.

Trend in Europa bleibt positiv

In Europa wuchs der Food-Bereich um 7,0 Prozent auf 404,1 Millionen Euro, wobei 2,7 Prozent aus Akquisitionen und 3,1 Prozent aus organischem Wachstum stammten. Im vierten Quartal war Aryzta hier organisch lediglich 1,2 Prozent gewachsen.

Der Trend sei weiterhin positiv, heisst es denn auch in der Meldung, und reflektiere eine verbesserte Stabilität im Bereich «Food Solutions» und starkes Wachstum im Gross-Detailhandel. Die Steigerung habe aber auch damit zu tun, dass Produktionsvolumen von Nordamerika nach Europa verschoben worden sei.

Nordamerika: Rücklaufiges, organisches Wachstum

In Nordamerika legte der Umsatz zwar um gut 30 Prozent auf 475,5 Millionen zu. Allerdings stammte das hohe Wachstum vor allem aus den Zukäufen von zwei Bäckereien in Nordamerika Anfang Jahr, während das organische Wachstum mit -3,2 Prozent rückläufig war.

Aryzta begründet dies mit einem laufenden Rationalisierungsprozess, der Kapazitäten für grössere Kunden freimachen und mittelfristig zu einer Margensteigerung führen soll.

40 Prozent des Rückgangs sei mit Änderungen bei der Verteilung der Finanzmittel zu erklären und des oben bereits erwähnten Transfers von Produktionskapazität direkt in die Regionen, in denen Produkte auch verkauft werden.

Zuvor waren Produkte zum Teil in Nordamerika produziert worden und erst danach in die entsprechenden Regionen verschifft worden. Während dieser Effekt sich auch in den nächsten Quartalen bemerkbar machen dürfte, geht Aryzta davon aus, dass die Pipeline aus neuen Kunden dies bis Ende des Geschäftsjahres ausgleichen sollte.

Rest der Welt legt weiter zu

Im Rest der Welt, der allerdings lediglich 6 Prozent des Food-Umsatzes ausmacht, legte Aryzta um knapp 7 Prozent auf 58,2 Millionen Euro zu, wobei das organische Wachstum «starke» 6,1 Prozent betrug. Die Trends hier seien konsistent mit der Entwicklung in den vergangenen Quartalen, heisst es dazu.

Der Gesamtkonzern, zu dem neben dem Food-Bereich auch die separat kotierte Agrartochter Origin gehört (Zahlen bereits bekannt), hat den Umsatz um knapp 14 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro gesteigert, mit einem organischen Minus von 1,3 Prozent. Gewinnzahlen werden zum Quartal nicht genannt.

Ausblick bleibt gleich

Für den weiteren Jahresverlauf gibt sich der Konzern optimistisch. «Wir antizipieren ein verstärktes Momentum in Bezug auf das organische Wachstum in der zweiten Jahreshälfte», wird CEO Owen Killian in der Mitteilung zitiert. Die Mittelfrist-Guidance bleibt entsprechend im Vergleich zum September unverändert.

Das heisst, der Konzern erwartet weiter ein organisches Umsatzwachstum von 2-4 Prozent und ein entsprechendes Wachstum des Gewinns pro Aktie (EPS) von 4-6 Prozent p.a. Weitere 3-6 Prozentpunkt sollen beim EPS aus Finanzinvestitionen dazu kommen, so dass insgesamt ein EPS-Wachstum von 7-12 Prozent resultieren sollte.

Vorbörslich legt die Aryzta-Aktie im Einklang mit dem Gesamtmarkt leicht zu.

(sda/ise)

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