Seit zwei Monaten fliegt Swiss mit einer Maschine des Typs A330 in die indische Hauptstadt Delhi. Und fast immer ist sie prall gefüllt. «Wir sind sehr zufrieden», sagt Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel. Die hohen Erwartungen an die erste neue Langstrecke seit Gründung der Swiss würden derzeit sogar «übertroffen». Gleiches zeichnet sich für die neue Interkontinental-Destination Schanghai ab. Die chinesische Wirtschaftsmetropole wird ab dem 8. Mai 2008 täglich mit Zürich verbunden. Auch hier sei die Nachfrage gut – und das trotz anfänglicher Skepsis. So hatte man im Sommer 2007, als Swiss ihre China-Expansion vorstellte, den Eindruck, die Strecke würde mehr aufgrund des Drucks von Politik und Wirtschaft eingeführt als aufgrund echter Gewinnchancen. Diese Einschätzung ist Swiss-intern inzwischen Optimismus gewichen. Aus gutem Grund: Fast alle Fluggesellschaften sind auf der Strecke von und nach Schanghai überdurchschnittlich gut ausgelastet. Auch der Swiss-Mutterkonzern Lufthansa. «Das Verkehrsgebiet Asien-Pazifik», so Lufthansa-Sprecher Wencke Lemmes-Pireaux, «ist ein extrem wichtiger Wachstumsmarkt für Lufthansa.»

Dies spiegelt sich auch im Streckennetz der Kranich-Gesellschaft wider, welches in den letzten Jahren stetig ausgebaut wurde. Erst im Dezember 2007 kündigte Lufthansa zwei neue China-Destinationen – Nanjing und Shenyang – für den anstehenden Sommerflugplan an. Damit hat Lufthansa neu sechs chinesische Städte auf ihrem Flugplan. Schanghai, Hongkong und Peking werden sogar täglich von den Flughäfen Frankfurt und München angeflogen.

Mehr Passagiere, mehr Umsatz

Mit dem stark ausgebauten Asien-Angebot folgt Swiss ihrem Mutterkonzern. Das freut die Zürcher Flughafenbetreiberin Unique. Denn mehr Direktflüge bringen mehr Passagiere und damit auch mehr Einnahmen im bodenseitigen Kommerzgeschäft.

Als Wunschdestination für einen Direktflug nennt Unique-Sprecherin Sonja Zöchling denn auch Peking. Jean-Claude Donzel dazu: «Swiss prüft Marktchancen regelmässig und ist am asiatischen Markt sehr interessiert.» Vor allem an China und Indien. Neue Destinationen aufzunehmen, sei aber immer eine Frage der verfügbaren Flugkapazitäten. Sollten sich Dehli und Schanghai weiter so entwickeln wie bisher, dürften weitere Asien-Direktflüge nur eine Frage der Zeit sein.

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