Die Industriegruppe Feintool hat im Geschäftsjahr 2012 klar mehr Umsatz erzielt, dies vor allem dank der Übernahme des Umformspezialisten Herzing+Schroth und trotz der Devestition der IMA Automation in Berlin.

Während das operative Ergebnis deutlich besser ausfiel als im Vorjahr, ging der Reingewinn der weitergeführten Bereiche zurück. Im Ausblick bezeichnet sich das Unternehmen als optimistisch und erhöht entsprechend auch die Dividende.

Der Umsatz wurde um gut 15 Prozent auf 427 Millionen Franken gesteigert. Das kurzfristige Serienteilgeschäft stieg dabei um 28 Prozent, was zu einem Drittel auf organischem und zu zwei Dritteln auf akquisitorischem Wachstum beruht, dies durch die Akquisition von Herzing+Schroth, wie die im Anlagenbau und im Komponentengeschäft tätige Gruppe mitteilte. Der Umsatz im Bereich Fineblanking ging um 15 Prozent zurück und im Segment Automation um 3,2 Prozent. Im letzteren errechnet sich indes unter Berücksichtigung des Verkaufs des Werkes in Berlin ebenfalls ein Plus von 23 Prozent.

Auftragseingang rückläufig

Der Auftragseingang verminderte sich im Vergleich zu 2011 um 4,5 Prozent auf 402,3 Millionen Franken. Während Asien und USA zulegten, gingen die Verkäufe in Europa, insbesondere in Frankreich, Italien und Spanien zurück. Im Bereich System Parts ergab sich akquisitionsbedingt ein Plus von 14 Prozent, wogegen die beiden Investitionsgütersegmente Fineblanking Technology und Automation Rückgänge von 6,2 Prozent bzw. um einen Drittel verzeichneten. Der Auftragsbestand lag per Ende Jahr mit 191,5 Mio um 7,3 Prozent unter dem Stand von Ende September (206,5 Mio).

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Das operative Ergebnis auf Stufe EBIT verbesserte sich um 24 Prozent auf 23,4 Millionen Franken und die EBIT-Marge um 40 Basispunkte auf 5,5 Prozent. Der Reingewinn der weitergeführten Bereiche fiel dagegen um 17 Prozent auf 12,8 Millionen zurück. Einmaleffekte aus den Transaktionen mit der per 1. Juni 2012 übernommenen Herzing+Schroth und dem Verkauf von IMA Berlin trugen hierzu bei.

Belastet wurde das Ergebnis ausserdem von Anlaufkosten für den neuen Produktionsbetrieb in China sowie von Vorlaufkosten im einstelligen Millionenbereich für Produktanläufe in den USA. Zudem fiel das operative Ergebnis von Herzing+Schroth im zweiten Semester negativ aus, dies wegen negativen Effekten aus der Erstkonsolidierung und Umsatzausfällen bei einem französischen Kunden.

Höhere Dividende - verhaltener Optimismus

Von den drei Geschäftsbereichen erreichte der grösste, das Serienteilgeschäft System Parts, einen Umsatz von über 296 Mio CHF und eine EBIT-Marge von 4,1 Prozent. Hier fielen die erwähnten Sonderfaktoren an. Fineblanking Technology mit einem Umsatz von knapp 100 Millionen und das Segment Automation mit knapp 50 Millionen erzielten eine EBIT-Marge von 8,2 Prozent bzw. 14,4 Prozent. Die Dividende soll trotz der geringeren Reingewinns auf fünf Franken erhöht werden, für das Geschäftsjahr 2010/11 wurden noch vier Franken je Aktie ausgeschüttet.

Für das Geschäftsjahr 2013 bezeichnet sich Feintool «verhalten optimistisch» und rechnet mit einem Umsatz von rund 480 Millionen Franken bei einer «mit 2012 vergleichbaren operativen Marge». Dies entspräche einem Wachstum von über 12 Prozent. Insgesamt sei von einer stabilen Branchenkonjunktur auszugehen. Im Jahr 2012 seien Rahmenverträge für Neuproduktprogramme abgeschlossen worden, welche zu einem jährlichen Umsatz von rund 100 Millionen Franken führen sollen. Sie dürften sich in den nächsten Jahren bei stabiler Konjunkturlage in weiterhin steigenden Umsatzzahlen niederschlagen.

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(muv/awp/sda)