Dem britischen Pharmakonzern AstraZeneca hat im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut die Konkurrenz von Nachahmermitteln für wichtige Medikamente massiv zugesetzt. Konzernchef Pascal Soriot stimmte die Anleger bei der Zahlenvorlage in London auf ein weiteres schwieriges Jahr ein: Nach einem Umsatz- und Gewinneinbruch erwartet der Manager auch 2013 einen deutlichen Gewinnrückgang. Die Börse reagierte verschreckt: AstraZeneca-Titel verloren zuletzt 4,22 Prozent auf 3.019,50 Pence.

2012 fiel der Gewinn vor Sonderposten um 18 Prozent auf 8,1 Milliarden US-Dollar, wie der im Leitindex FTSE-100 notierte zweitgrösste britische Arzneimittelhersteller mitteilte. Inklusive Restrukturierungsaufwendungen, Abschreibungen und Anwaltskosten von zusammen fast 1,8 Milliarden Dollar wiesen die Briten unter dem Strich einen Überschuss von 6,3 Milliarden Dollar aus.

Konzentration auf Schwellenländer

2013 werde der Umsatz prozentual im mittleren bis hohen einstelligen Bereich zurückgehen. Beim Ergebnis je Aktie vor Sonderposten wie Restrukturierung erwartet Soriot einen noch deutlicheren Rückgang.

Die Briten wollen sich wie viele der Konkurrenten stärker auf die Schwellenländer konzentrieren. Details zur neuen Strategie will Soriot auf einem Investorentag am 21. März vorstellen. Ein von seinem Vorgänger aufgelegtes milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm hatte er kurz nach seinem Amtsantritt ausgesetzt, um die nötige Flexibilität für Zukäufe zu haben.

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Stellenabbau weitgehend umgesetzt

Wegbrechende Umsätze für wichtige Medikamente liessen den Umsatz 2012 um 17 Prozent auf 27,9 Milliarden Dollar fallen. Damit trafen die Briten in etwa die Erwartungen des Marktes. Alleine in China konnte der Konzern zulegen. Neben dem Patentverlust für Seroquel zur Behandlung von Schizophrenie setzen Astra auch Währungseffekte zu.

Vor einem Jahr hatte AstraZeneca angekündigt, in den kommenden Jahren weltweit rund 7300 Arbeitsplätze zu streichen. Dies sei zum Grossteil schon umgesetzt, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Ende 2012 beschäftigte der Konzern rund 57'200 Mitarbeiter - die Hälfte davon in Europa.

(vst/aho/awp)