Eon in den roten Zahlen: Die Abschaltung mehrerer Atomkraftwerke im Zuge des Atomausstiegs, das schwache Gashandelsgeschäft und ein niedrigerer Energieverbrauch haben das Ergebnis von Deutschlands grösstem Energiekonzern im abgelaufenen Geschäftsjahr belastet.

Das um Einmal- und Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fiel um 30 Prozent auf 9,29 Milliarden Euro. Damit nicht genug: Der Konzernüberschuss stürzte sogar um beinahe die Hälfte auf 2,501 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte die Gesellschaft noch 5,853 Milliarden Euro verdient.

Der Umsatz stieg dagegen dank guter Ergebnisse im Handel um 22 Prozent auf 113 Milliarden Euro. Eon schlägt nun eine Ausschüttung von Dividende in Höhe von einem Euro vor.

Erstmals gab das Unternehmen auch eine Prognose für das laufende Jahr ab. Demanch soll das bereinigte Ebitda in einer Spanne von 9,6 bis 10,2 Milliarden Euro und der Nachhaltige Überschuss bei 2,3 bis 2,7 Milliarden Euro liegen. Den Ausblick für 2013 bestätigte Eon. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem bereinigten Ebitda von 11,6 bis 12,3 Milliarden Euro und einem Nachhaltigen Überschuss von 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro gerechnet.

Eon einigt sich mit Gaslieferant

Trotz der negativen Geschäftszahlen ist Eon ein Durchbruch in den Gasbezugsverhandlungen mit Norwegen gelungen. So sei es laut dem deutschen Konzern mit dem Lieferanten Statoil zu einer Einigung gekommen. Damit hat Eon 25 Prozent seines Gasbezugs auf ein Niveau zu marktkonformen Preisen gebracht.

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Mit dem russischen Gasgiganten Gazprom - welcher 35 Prozent liefert - befindet sich das deutsche Unternehmen weiterhin in einem Schiedsgerichtsverfahren. 40 Prozent, die Eon aus Deutschland und den Niederlanden bezieht, waren bereits neu verhandelt worden. Wie sich das Verfahren auf das Eon-Ergebnis auswirkt ist noch offen.

Die Entscheidung ist jedoch äusserst wichtig für Eon: Das Unternehmen litt wie auch viele andere Gasbezieher in der Vergangenheit stark unter den Verträgen, die an den steigenden Ölpreis gekoppelt waren, während der Gaspreis de facto aber wegen eines Überangebots weit dahinter zurück blieb. So musste die Eon-Tochter Ruhrgas zuletzt oft zu niedrigeren Preisen verkaufen, als sie das Gas selbst eingekauft hatte. Im Gashandel ging das Ergebnis im vergangen Jahr um 700 Millionen Euro zurück.

(muv/tno/awp)