„Die Ausschreibung für die neuen Anlagen wird im Informationssystem über das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz (Simap) publiziert“, bestätigt Axpo-Sprecherin Anahid Rickmann Recherchen der „Handelszeitung“. Axpo und BKW planen, ihre Kernkraftwerke Beznau I und II (Axpo) und Mühleberg (BKW) durch neue Anlagen zu ersetzen. Zu diesem Zweck haben sie im September 2008 eine gemeinsame Planungsgesellschaft namens Resun AG gegründet, welche die Ausschreibung vornehmen wird. Aufgrund des zeitintensiven Planungs- und Bauprozesses erfolgt die Ausschreibung gemäss Axpo bereits jetzt.

Die Resun wählt ein Verfahren, bei dem sich anfangs alle Anbieter von sogenannten Leichtwasserreaktoren bewerben können. Dieser Reaktortyp ist heute global weit verbreitet und soll auch bei den neuen Schweizer Atomanlagen zum Einsatz kommen. Die Anbieter können den Antrag stellen, an einer sogenannten Präqualifikation teilzunehmen. Die Resun trifft aus den eingegangenen Anträgen danach eine erste Auswahl. Im weiteren Verfahren wird die Resun dann mit zwei Lieferanten Vorverträge abschliessen. Mit diesen beiden Produzenten wird Resun einen Teil der Baubewilligung erarbeiten. Darin werden die Erfordernisse des jeweiligen Kraftwerkstyps berücksichtigt.

Welcher der beiden noch im Rennen verbliebenen Lieferanten am Schluss zum Zug kommen wird, entscheidet sich in rund drei Jahren. Die Resun lanciert die Ausschreibung bereits jetzt, weil sie für das Bewilligungsverfahren auf die Zusammenarbeit mit dem möglichen Lieferanten angewiesen ist, da der Planungs- und Bauprozess viel Zeit braucht. Die Idee ist, die Unterlagen für das Baugesuch zusammenzutragen, bevor der Bundesrat die nötige Rahmenbewilligung erteilt. Geben die Behörden dereinst grünes Licht, kann so das eigentliche Baugesuch umgehend eingereicht werden. Das ist noch ein langer Weg. Nach dem Bundesrat muss auch die Bundesversammlung dem Rahmenbewilligungsgesuch stattgeben. Gegen diesen Beschluss kann zudem das Referendum ergriffen werden, womit dann das Volk das letzte Wort hat. Gemäss heutigem Planungsstand erwarten Behörden und Stromversorger, dass die Rahmenbewilligung Ende 2012 erteilt wird. Die Volksabstimmung dürfte frühestens Ende 2013 erfolgen.

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