Der Schritt dürfte Swiss-Chef Harry Hohmeister missfallen haben: Ein weiteres Mal hat Emirates Anfang April den Druck erhöht. Die arabische Airline baut ihre Kapazitäten ab Zürich aus und fliegt ab Oktober mit zwei A380 zwischen Kloten und Dubai. Sie transportiert dann rund 1000 Passagiere mehr pro Woche.

Dafür könnte heute Emirates-Geschäftsleiter Tim Clark das Lächeln gefrieren. Denn Swiss bietet ihren Kunden in einer Sonderaktion Tiefpreise für gut ein Dutzend Destinationen ab Zürich, Basel und Genf. Die Aktion wird am Montag lanciert und wurde heute in einem Newsletter bekannt gegeben. Alle Preise der Swiss unterbieten die Offerten von Emirates, Etihad und Qatar Airways – dabei gelten bisher die arabischen Fluggesellschaften als günstige Alternative zum Schweizer Premiumanbieter. Einzig Etihad liegt bei einzelnen Angeboten leicht unter den Preisen von Swiss (siehe Grafik unten).

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Angriff ausgerechnet in Dubai

Ein Hin- und Rückflug von Zürich nach Dubai kann bei der Swiss bis zum 18. Mai ab 399 Franken gebucht werden. Damit bietet sie die kleinsten Preise ausgerechnet für Verbindungen zur Basis von Emirates, die als internationales Drehkreuz zwischen Asien, Europa, Afrika und dem Nahen Osten immer wichtiger wird. Im vergangenen Jahr löste Dubai den Flughafen London Heathrow als bedeutendsten Passagierflughafen ab.

Die Sonderaktion der Swiss zeigt auch: Die Schweizer Nummer eins hat von den Konkurrenten aus dem Golf gelernt. Während die Swiss sich über Jahre hinter ihrer Premiumstrategie verschanzte, nutzt sie nun die Tricks ihrer Mitbewerber. Günstige Tickets mit erstklassigem Service – das hatten sich Emirates und Etihad auf die Fahnen geschrieben. Doch im Mai kosten ihre Tickets ab Zürich nach Dubai jetzt deutlich mehr als bei der Swiss – 699 Franken verlangt Emirates, 590 Franken Etihad. 

Swiss zeigt Kante

Schon einmal zeigte Swiss Kante gegenüber der arabischen Konkurrenz: Im vergangenen Herbst gab sie bekannt, ihr Angebot bei den Regionalstrecken auszubauen, obwohl das Geschäft in Europa für Swiss nicht profitabel ist. Damit funkte sie Etihad und dem kleineren Partner Etihad Regional dazwischen, die einen ähnlich ambitionierten Ausbau planten. Doch gegen die Swiss konnte die Regionalfluglinie nicht mithalten: Sie musste denn im Winter zurückrudern und ihr Angebot reduzieren.