Wie soll man sich in der schnelllebigen Marketing-Welt weiterbilden? Mit dieser Frage wird Jacques Bischoff, Rektor der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ), regelmässigen konfrontiert. Eine Standardantwort gibt er darauf nicht: «Das hängt von der Vorbildung, der beruflichen Position und vom weiteren geplanten Karriereweg ab.» Grundsätzlich sei es wichtig, dass die gewählte Weiterbildung den aktuellen Entwicklungen im Marketing Rechnung trage und dabei auf einen nachhaltigen Anwendungsbezug ausgerichtet sei. Bischoff fasst diesen Punkt mit «Praxisnähe» zusammen.

Marketing wird ihm zufolge in der heutigen Wirtschaft als marktorientierte Unternehmensführung verstanden. «Das heisst, dass die Vernetzung einer Fragestellung mit anderen Themen, Bereichen oder Entscheiden erkannt und berücksichtigt werden muss», sagt er. Welche Eigenschaften werden bei Marketing-Fachleuten also unbedingt vorausgesetzt? Ein Verständnis für Zusammenhänge, meint Bischoff. Aber auch hohe Leadership-Fähigkeiten, um Strategien und Konzepte im Unternehmen um- und durchsetzen zu können. «Isolierte Aktivitäten sind heute kaum noch erfolgreich.» Mehr als früher seien ein integriertes Marketing sowie Multikanalstrategien entscheidend für den Erfolg.

Auf Anforderungen ausgerichtet

Die HWZ trägt diesem Trend Rechnung, indem sie mit ihren Marketing-Weiterbildungen eine möglichst integrative Sicht auf Themen- und Problemstellungen im Marketing vermitteln möchte. «Auch der Fokus auf Leadership-Themen ist in unserem Executive MBA - Marketing sehr zentral», erläutert Bischoff. Dieser Lehr-gang richtet sich an Personen, die idealerweise einen Hochschulabschluss mitbringen und bereits über Marketing- und Führungserfahrung verfügen. «Dank engen Kontakten zu Unternehmen achten wir mit unserem Beirat sowie der Gesellschaft für Marketing darauf, dass der Studiengang stets auf die aktuellsten Anforderungen des Marktes ausgerichtet ist.»

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Für Pia Kasper, Direktorin des Schweizerischen Ausbildungszentrums für Marketing, Werbung und Kommunikation (Sawi), ist klar, dass die Anforderungen bezüglich fachspezifischen Detailwissens im modernen Arbeitsmarkt laufend zunehmen. Das gelte ganz besonders in der Disziplin Marketing. «Für Marketing-Fachleute heisst das, dass Weiterbildung eine Konstante in ihrem Berufsleben sein muss.» Neue Disziplinen wie Online-Marketing oder E-Commerce habe zu beherrschen, wer sich in dieser enorm schnelllebigen Branche behaupten wolle. Das «life long learning» nennt Kasper heute eine Unerlässlichkeit.

Obschon sich Arbeitsmarkt und Umwelt rasant entwickeln, stellt sie punkto Nachfrage der Studierenden trotzdem eine Konstante fest. Marketing-Kurse mit eidgenössischen Abschlüssen dominieren beim Sawi nach wie vor. «Wir sind überzeugt, dass die Lehrgänge einen besonders hohen Stellenwert geniessen und die Diplomanden entsprechend gefragt sind.» Mit dem eidg. dipl. Marketing-Leiter erreichen Absolventen die höchste Ausbildungsstufe im Marketing. Die weiteren Abschlüsse heissen Marketing-Manager HF, Marketing-Fachmann/-frau oder Product Manager, der sich laut Kasper vor allem für Marketing-Quereinsteiger eignet.

Internationale Diplome im Trend

Diese Kurse werden regelmässig aktualisiert. Dazu gehört etwa, dass die Programme durch Module mit Inhalten wie Online-Marketing-Kommunikation ergänzt werden. Ein anderer Trend beim Sawi ist die wachsende Nachfrage nach international etablierten Diplomen. «Diese generell feststellbare Entwicklung macht auch vor den Marketing-Weiterbildungen nicht halt», so Kasper. Das Sawi offeriert heute bereits solche Lehrgänge.