Die Nationalbank verschone den AHV-Fonds von Negativzinsen, hiess es bis anhin. Doch das stimmt nicht ganz, wie Marco Netzer, Präsident des AHV-Ausgleichsfonds, im Interview mit der BILANZ betont. «Die Nationalbank erlässt uns tatsächlich Negativzinsen, allerdings nur bis zu einem gewissen Betrag.»

Und so funktioniert die Ausnahmeregel: «Solange wir bei der Liquidität den Durchschnittssaldo der letzten Jahre auf den Girokonti der Nationalbank nicht übertreffen, sind wir ausgenommen», erklärt Netzer. Die Limite ist offenbar schnell erreicht: «Wir bezahlen schon heute Negativzinsen», sagt Netzer.

Zwei Drittel der Anlagen in Zinspapieren

Doch die grösste Herausforderung bei der Anlagebewirtschaftung sei, dass der AHV-Fonds zwei Drittel der Anlagen in Zinspapieren habe. Und diese würden derzeit eine negative oder sehr tiefe Rendite abwerfen. Doch weder eine höherer Aktienanteil, noch Hedge Funds, noch Private Equity, noch Direktinvestitionen in Immobilien kommen laut Netzer als Alternative in Frage.

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Per Ende April ist der Fonds aber noch immer im positiven Bereich, wie Netzer betont. «Die Nettorendite des AHV-Fonds lag bei 1,20 Prozent, die des IV-Fonds bei 0,84 Prozent und diejenige des Fonds der Erwerbsausfallentschädigung (EO) bei 1,37 Prozent.»

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