Nach Coop regelt auch Migros den Umgang mit Fleisch in der Metzgerei strikter. Sämtliche Migros-Genossenschaften erlaubten seit Dienstag nicht mehr, dass in den Metzgereien Fleisch verkauft wird, das zuvor verpackt in der Selbstbedienung gelegen habe, sagte Migros-Sprecher Urs Peter Naef auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Er bestätigte einen Bericht der Sendung «Kassensturz» des Schweizer Fernsehens SF. Laut «Kassensturz» wurde im Jahr 2008 auch in zwei Migros-Filialen abgelaufenes Fleisch verkauft. «Wir wissen von zwei oder drei solchen Fällen», sagte Naef. Der Chefmetzger sei versetzt worden, er arbeite heute in einer anderen Filiale und sei nicht mehr Chefmetzger.

Einige Genossenschaften, die bei der Migros in dieser Frage frei entscheiden können, hatten laut Naef «unter gewissen Bedingungen» das Auspacken von Fleisch für den Offenverkauf erlaubt. Solange die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden, spricht nichts gegen diese Praxis.

Verstösse vor mehreren Jahren

Die Migros-Konkurrentin Coop kam in den vergangenen Wochen nicht aus den Schlagzeilen heraus, nachdem der «Kassensturz» über regelmässig auftretende Fälle berichtet hatte, bei denen in offenen Metzgereien Fleisch aus der Selbstbedienung verkauft wurde. Teilweise soll dabei das Verkaufsdatum bereits verstrichen gewesen sein. Coop toleriert mittlerweile kein Auspacken mehr.

Migros zahle seinen Metzgern keine Boni aus, wenn sie weniger Fleischabfälle verursachten, hielt Naef im «Kassensturz» fest. Bei Coop gibt es solche Anreizsysteme.

(tno/laf/sda)