Dabei geht es laut Branchenkreisen um Ölfelder in der Barentssee vor der europäischen Küste Russlands und dem Ochotskischen Meer vor Sibirien. Statoil steige als Minderheitsteilhaber in ein entsprechendes Joint Venture ein, hiess es am Samstag. Die Unterzeichnung einer Vereinbarung sei schon in Kürze möglich.

Russland ist bei den komplizierten Förderprojekten auf ausländisches Know-how angewiesen, während sich die westlichen Konzerne im Gegenzug einen Teil der gigantischen Vorkommen des weltgrössten Ölproduzenten sichern wollen. Dauerfrost und das Fehlen jeglicher Infrastruktur machen die Förderung in weiten Teilen dort zu einem grossen Wagnis.

Ende vorigen Monats hatte Rosneft mit Eni eine ähnliche Allianz zur Erschliessung von Ölvorkommen in der Barentsseee und im Schwarzen Meer geschlossen. Kurz zuvor besiegelte der Konzern eine Kooperation mit Exxon zur Ölförderung in der Arktis.

Der wieder zum Präsidenten gewählte bisherige Regierungschef Wladimir Putin gilt als treibende Kraft hinter den Kooperationen und war bei den Vertragsunterzeichnungen jeweils anwesend. Sein Engagement zeigt, wie wichtig dem Kreml diese Projekte sind.

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Die Hälfte der Staatseinnahmen stammt aus dem Energiegeschäft. Wegen der sinkenden Fördermengen in Sibirien muss das Land aber seine Ressourcen im Meer anzapfen, um das Langfristziel einer Produktion von mehr als zehn Millionen Barrel pro Tag zu erreichen.

(chb/sda)