Zuerst zur Aktualität: Audi schreibt seine Erfolgsgeschichte weiter. Und beweist, dass Ausnahmen die Regel bestätigen, auch in einem wirtschaftlich harten Umfeld. Der Premiumanbieter aus Ingolstadt hat seine Absatzprognose für 2009 deutlich übertroffen und im letzten Jahr weltweit 949700 Automobile verkauft. Damit blieb der Gesamtabsatz 2009 lediglich 5,4% hinter dem des Rekordjahres 2008 zurück (1,003469 Mio Auslieferungen). Rupert Stadler, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, wertet dies denn auch als Stärke der Marke und gibt sich zuversichtlich: «Wir starten mit Schwung in das Jahr 2010 und wollen wieder 1 Mio Automobile ausliefern.»

Ähnlich Positives gilt für die Schweiz: Von Januar bis Ende November 2009 wurden 15388 neue Audis immatrikuliert, 0,1% weniger als im Vorjahr (15398). Bei einem Minus des Gesamtmarktes von 8,5% bedeutet dies: Audi gehört zu den wenigen hiesigen Gewinnern. Was sich denn auch in der Seigerung des Marktanteils (MA) manifestiert. Die Audi-Importeurin Amag freut sich an den aktuell 6,4% MA und damit an der Verbesserung um 0,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Neue Abgasnachbehandlung

Mit 216 Immatrikulationen in den ersten drei Quartalen 2009 trug der Geländewagen Q7 zwar nur einen Bruchteil zu den guten Schweizer Verkaufszahlen bei, dem Nischen-SUV kommt aber - entsprechend der Statur des 5,1 m langen und 2 m breiten Premium-Kletterers - Gewicht zu. Allradler müssen heute, auch aus politischen Überlegungen, mit Umweltfreundlichkeit und Sparsamkeit überzeugen. Vor allem im Umgang mit der Umwelt setzt der SUV Q7 die Messlatte für die Konkurrenz in Zukunft hoch. Der 3.0 TDI clean diesel ist mit einer aufwendigen Abgasnachbereitung ausgerüstet. Der Motor erfüllt die strenge US-Norm LEV II Bin 5 und bereits auch die für 2014 angekündigten Euro-6-Grenzwerte. Die Reduktion der Stickoxide übernimmt ein neuartiger DeNox-Katalysator. Direkt vor ihm spritzt eine Pumpe mit 2000 bar Druck ein Additiv (Harnstoff) mit der Bezeichnung AdBlue ein. Im heissen Abgasstrom zerfällt die Lösung zu Ammoniak, der die Stickoxide in harmlosen Stickstoff und Wasser aufspaltet. Das Additiv AdBlue wird im Rahmen der üblichen Wartungsintervalle von der Werkstatt aufgefüllt.

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Auf den Schadstoff-Ausstoss wirkt sich die neue Audi-Technologie günstig aus, auf den Verbrauch hingegen hat sie mit einem Minus von lediglich 0,2 l einen marginalen Einfluss. Knapp unter 11 l/100 km pendelt sich der «Durst» ein, was für einen automobilen Riesen mit 2,3 t Gewicht zwar akzeptabel, aber doch noch immer von der Wunschvorstellung der Audi-Ingenieure einen riesengrossen Entwicklungschritt entfernt liegt. Hier muss die verordnete Diätkur Fortsetzung finden.

Hat man sich im Alltagseinsatz an die Grösse des «Schlachtschiffs» gewöhnt, überzeugt der Geländewagen mit feinen Manieren. Und mit der Gewissheit, sich zumindest formell umweltfreundlich zu geben.