Das Thema China ist in aller Munde. In den zurückliegenden Jahren vollzog das Reich der Mitte einen enormen wirtschaftlichen Aufstieg und Hunderttausende kamen zu Wohlstand. Dank hoher Wachstumsraten verfügt die Milliardeneinwohner-Nation inzwischen über die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt.

Inflationsgefahr in Sicht

Nicht einmal die Finanzkrise konnte dem asiatischen Riesen etwas anhaben. Im Gegenteil: Auch aus der jüngsten Finanzkrise scheint das Land als Gewinner hervorzugehen. So wuchs Chinas Wirtschaft nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) selbst in den Krisenjahren 2008 und 2009 um 9,8 bzw. 8,7%. Für 2010 und 2011 rechnet der IWF sogar mit einem BIP-Wachstum von 10,0 und 9,9%.

Während die Börsen vieler Industrienationen im zurückliegenden Jahrzehnt bestenfalls stagnierten, legten die chinesischen H-Aktien im Schnitt um etwa 600% zu. Auch Privatinvestoren konnten davon profitieren. Denn auf wichtige Indizes wie den FTSE/Xinhua China 25 oder den Hang Seng China Enterprises gibt es schon seit einiger Zeit Zertifikate und Warrants. Ob die chinesischen Titel ihren Aufwärtstrend mit dieser Dynamik auch in den kommenden Jahren fortsetzen können, bleibt jedoch abzuwarten. Die Börse ist bekanntlich keine Einbahnstrasse, und zuletzt belasteten Sorgen um hohe Verschuldung einiger Staaten des Euro-Raums und die Befürchtung einer strafferen Geldpolitik in China die Börsen in Schanghai und in Hongkong.

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Mittlerweile lässt sich das Investmentthema China auch über die Währung umsetzen. Aktuell hat die chinesische Notenbank den Yuan (auch Renminbi genannt) an den Dollar gekoppelt und lässt nur minimale Schwankungen zu. Aus dem Ausland wird daher verstärkt Kritik laut. Es heisst, die Regierung in Peking halte den Yuan künstlich tief, um den heimischen Exportunternehmen zu helfen. Wird der Druck aus dem Ausland zu gross, könnte ein Umdenken in der Wechselkurspolitik einsetzen. Hinzu kommt: Das Reich der Mitte wies zuletzt eine wachsende Inlandsnachfrage auf. So zeigt das milliardenschwere Konjunkturpaket noch immer Wirkung. Durch das hohe Exportwachstum auf der einen und die anziehende Binnennachfrage auf der anderen Seite sehen einige Ökonomen künftig Inflationsgefahren. Dabei stellt sich die Frage, wie Chinas Zentralbank einer Teuerung begegnen will. Eine Möglichkeit wäre eine deutliche Aufwertung der Landeswährung Yuan.

Hohe Chancen und Risiken

Sollte die Aufwertung ausbleiben, könnte das aus ebendiesen Gründen nachteilig sein. Zum einen wäre eine Eindämmung der Inflationsgefahr durch Chinas Zentralbank dann schwieriger. Zum anderen würden wegen Chinas Rolle als Exportnation in anderen Ländern die Rufe nach protektionistischen Massnahmen lauter.

Anleger, die an eine Aufwertung des Yuan gegenüber dem Dollar glauben, können mit Put-Warrants gehebelt an der Entwicklung des Dollar-Yuan-Kurses partizipieren. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass Investments in Warrants mit hohen Chancen, aber auch Risiken verbunden sind. Entwickelt sich der Dollar-Yuan-Kurs entgegen der Erwartung, kann es zum Totalverlust der investierten Prämie kommen. Dagegen sind auch kurzfristig hohe Gewinne möglich.