Thierry Nataf

Leidenschaft für zeitlose Schönheit

Wer mit dem diskreten, elegant auftretenden Franzosen und Zenith-Generaldirektor Thierry Nataf ins Gespräch kommt, spürt rasch seine Leidenschaft für die zeitlose Schönheit mechanischer Uhrwerke, verbunden mit einem bis ins letzte Detail raffiniert vollendeten Design. Natafs Sinn für Qualität und feinsinnige Ästhetik widerspiegelt sich bereits in den Kollektionen I und II. «Wir verfolgen bei Zenith die Maxime Platons: Das Schöne ist die Pracht des Wahren.» Dieser Anspruch soll in der für Basel 2003 entwickelten Kollektion III noch verstärkt zum Ausdruck kommen.

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Stark ausgebaut wurde die Kollektion ChronoMaster El Primero, die sich allesamt als Chronometer-Präzisionsuhren, zertifiziert von der COSC (Contrôle officiel suisse des chronomètres), ausweisen. Neu sind auch die Chronometer-Kollektion Star für Damen oder die rechteckige Linie Port-Royal mit dem extraflachen Automatikkaliber Elite 685. Die Manufaktur investierte erneut in neue Uhrwerke zwei El Primero und ein Elite, sodass heute neun verschiedene El Primero und acht Elite zur Verfügung stehen. Und getreu dem hohen Qualitätsanspruch dieser Marke sind die wunderschönen Zeitmesser auch adäquat verpackt in kunstvollen Etuis aus schokoladebraunem Leder, die Stück für Stück in Handarbeit entstehen.

Luxus bedeutet für Thierry Nataf «Qualität, Kreativität und Authentizität ein Hauch von Ewigkeit». Luxus sei auch immer die Ausnahme, und so eine wolle Zenith sein. Es gehe nicht darum, möglichst schnell möglichst viele Uhren der wieder belebten Marke abzusetzen, sondern damit nachhaltige Werte zu schaffen, die auch die nächste und übernächste Generation noch zu faszinieren vermögen. (sr.)

Die wenigsten Übernahmen traditioneller Unternehmen durch internationale Konzerne sind von Erfolg gekrönt für Zenith scheint die Rechnung unter der Obhut des international tätigen Luxuskonzerns Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH) aufzugehen. Drei Jahre nach der Übernahme ist Zenith auf dem besten Weg, die traditionelle Uhrmacherkunst der Manufaktur mit einer stilsicheren Modernität zu verbinden. Das war unter früherer Herrschaft beileibe nicht immer so.

Zum Glück Weisungen nicht befolgt

Über 100 Jahre stand die 1865 von Georges Favre-Jacot in Le Locle gegründete Uhrenmanufaktur an der Spitze schweizerischer Uhrmacherkunst 1565 Preise zeugen davon. Als zu Beginn der 70er Jahre der Siegeszug der Quarzuhr antrat und Zenith von der amerikanischen Zenith Radio Corporation übernommen wurde (der gleiche Name ist Zufall), läutete das Chicagoer Management in Le Locle die Diversifikation zur Quarzuhr ein.

Das war umso schmerzlicher, als den Ingenieuren von Zenith 1969 ein grandioser Wurf gelang: Der Welt erstes automatisches Chronographenwerk El Primero (spanisch: der Erste). Die Unruh arbeitet mit 36000 Halbschwingungen pro Stunde, was einen präziseren Gang garantiert und das Messen von Zehntelsekunden überhaupt erstmals möglich gemacht hat. Doch die Amerikaner wollten dem weltweiten Trend folgend von Mechanik nichts mehr wissen und stellten die Produktion mechanischer Uhrwerke ein.

Als 1975 gar die Anweisung erfolgte, die alten Rohwerke und Produktionswerkzeuge zu vernichten, hatte der damalige Produktionsleiter Charles Vermot den Mut, diese inklusive Ersatzteile im weitläufigen Fabrikgebäude zu verstecken, denn er war felsenfest überzeugt, dass die Zeit für mechanische Qualitätszeitmesser früher oder später wieder reif sein wird.

Er sollte Recht bekommen. Mit dem Verkauf an die Maschinenfabriken Dixi in Le Locle gelangte Zenith in die Hände des Patrons Paul Castella, der die gute Mechanik zu schätzen wusste. Doch in jener Zeit wollte alle Welt multifunktionale Quarzuhren kaufen, da brauchte es schon einen lukrativen Anstoss von aussen. Dieser kam 1981 in der Person von Pierre-Alain Blum, dem damaligen Juniorchef von Ebel, der bei Zenith für ein passendes Uhrwerk ihres neuen Mechanik-Chronographen vorstellig wurde. So konnte Vermot die versteckten Schätze wieder ausgraben und verkaufen. Als weitere Uhrenfirmen nach automatischen Chronographenwerken fragten, entschloss man sich bei Zenith, die Produktion des El Primero 1985 wieder aufzunehmen und einige handverlesene Uhrenmarken wie Michel Parmigiani, Daniel Roth oder Rolex zu beliefern.

Dem automatischen Chronographenwerk folgte die Handaufzugsversion El Primero HW (hand winding). 1994 konnte Zenith nach fünfjähriger Forschung und Entwicklungsarbeit ein extraflaches Automatikwerk (nur 3,28 mm dick) präsentieren, das sich später unter dem Namen Elite zum Kaliber mit den meisten Kombinationsmöglichkeiten ausbauen lassen sollte. Vorerst aber fehlten die monetären Mittel, der Marke jenes Ansehen zu ermöglichen, das es von seiner Substanz her längst verdient hätte.

AUFSTIEG IN DIE HAUTE HORLOGERIE

LVMH war Ende 1999 als neuer Besitzer von Zenith sehr willkommen, umso mehr, als ihre kurz vorher erworbenen Uhrenmarken Ebel und TAG Heuer keine eigenen Werke fertigen. Mit Thierry Nataf kam zwar keiner aus der Uhrenbranche an die Spitze von Zenith, aber ein passionierter Uhrensammler. Und als einer, der seine Führungsqualitäten in internationalen Unternehmen der Luxusgüterbranche behauptete, zuletzt als Vizepräsident von Veuve Cliquot Ponsardin, die ebenfalls zur LVMH-Gruppe gehört.

Letzteres hat den Vorteil, dass er deren Präsidenten Bernard Arnault und die internen Strukturen kennt, sodass er sich voll und ganz den für Präzision tausendfach von Observatorien ausgezeichneten, aber in den letzten Jahren designmässig und markentechnisch vernachlässigten Zeitmessern widmen kann.

Als studierter Ingenieur und Betriebswirt realisierte Nataf rasch, dass die in der eigenen Manufaktur handwerklich präzis hergestellten Uhren, deren mechanische Werke aus über 400 Einzelteilen harmonisch ineinander greifen müssen, viel zu billig über den Ladentisch gehandelt wurden. «Es kann doch nicht angehen, dass in Chronographen von Rolex oder Parmigiani ein El-Primero-Kaliber von Zenith tickt und zum doppelten Preis einer Zenith angeboten wird. So haben wir unsere Preise Schritt für Schritt erhöht», erklärt Nataf. Das für Zenith bekannt gute Preis-Leistungs-Verhältnis soll allerdings beibehalten werden: «Wir erhöhten nicht einfach die Preise, parallel dazu wird auch die Qualität gesteigert.» Mit der Verarbeitung sämtlicher Edelmetalle und von Diamanten steigt Zenith endgültig in die Haute Horlogerie auf. Die Preise bewegen sich für die Basiskollektion zwischen 4500 und 20000 Fr., für Chronomasters zwischen 14000 und 54000 Fr., mit Diamanten je nach Karat ab 51000 bis 100000 und mehr Fr.

Die Mehreinnahmen investiert Zenith wiederum ins Produkt und in die Manufaktur. Dass qualifizierte Spezialisten für mechanische Uhren Mangelware sind, entging auch dem neuen Zenith-Chef nicht. Nach der Erneuerung des übernommenen veralteten Maschinenparks ist in eine betriebsinterne Aus- und Weiterbildungsstätte investiert worden. Mit zunehmendem Erfolg bleibt die Kapazität trotzdem beschränkt. So dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die Manufaktur nur noch Uhrwerke für den eigenen Bedarf herstellen wird. Anders für die gruppeneigenen Marken, wo gemäss Nataf von Fall zu Fall abgeklärt werde, wo und wie sich Synergien nutzen lassen.

Zenith beschäftigt rund 350 Personen, davon 250 in der Manufaktur in Le Locle. Mit 17 Niederlassungen in Europa, Amerika und Asien kontrolliert Zenith den weltweiten Vertrieb über 800 vertraglich gebundene Konzessionäre selbst. Shop-in-shops oder Zenith-Vitrinen vermitteln auch am Verkaufspunkt die ganz persönliche Ausstrahlung der Zenith-Zeitmesser. Eigene Boutiquen seien nicht geplant. Dass auch die inhouse entwickelte Werbung das Luxusprodukt in den Mittelpunkt stellt, ist nur folgerichtig so ganz nach dem Motto «The product is the hero».

Thierry Nataf

Leidenschaft für zeitlose Schönheit

Wer mit dem diskreten, elegant auftretenden Franzosen und Zenith-Generaldirektor Thierry Nataf ins Gespräch kommt, spürt rasch seine Leidenschaft für die zeitlose Schönheit mechanischer Uhrwerke, verbunden mit einem bis ins letzte Detail raffiniert vollendeten Design. Natafs Sinn für Qualität und feinsinnige Ästhetik widerspiegelt sich bereits in den Kollektionen I und II. «Wir verfolgen bei Zenith die Maxime Platons: Das Schöne ist die Pracht des Wahren.» Dieser Anspruch soll in der für Basel 2003 entwickelten Kollektion III noch verstärkt zum Ausdruck kommen.

Stark ausgebaut wurde die Kollektion ChronoMaster El Primero, die sich allesamt als Chronometer-Präzisionsuhren, zertifiziert von der COSC (Contrôle officiel suisse des chronomètres), ausweisen. Neu sind auch die Chronometer-Kollektion Star für Damen oder die rechteckige Linie Port-Royal mit dem extraflachen Automatikkaliber Elite 685. Die Manufaktur investierte erneut in neue Uhrwerke zwei El Primero und ein Elite, sodass heute neun verschiedene El Primero und acht Elite zur Verfügung stehen. Und getreu dem hohen Qualitätsanspruch dieser Marke sind die wunderschönen Zeitmesser auch adäquat verpackt in kunstvollen Etuis aus schokoladebraunem Leder, die Stück für Stück in Handarbeit entstehen.

Luxus bedeutet für Thierry Nataf «Qualität, Kreativität und Authentizität ein Hauch von Ewigkeit». Luxus sei auch immer die Ausnahme, und so eine wolle Zenith sein. Es gehe nicht darum, möglichst schnell möglichst viele Uhren der wieder belebten Marke abzusetzen, sondern damit nachhaltige Werte zu schaffen, die auch die nächste und übernächste Generation noch zu faszinieren vermögen.