Toyota beabsichtigt, sein Angebot an Hybridfahrzeugen in Zukunft deutlich auszubauen. In einigen Jahren werde jede Modellreihe sowohl mit konventionellen Verbrennungsmotoren als auch mit Hybridantrieben (Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor) lieferbar sein, erklärt denn auch Philipp Rhomberg, Generaldirektor Toyota Schweiz, Safenwil.

Der Auris rangiert in der Grössenordnung knapp unter dem bisher bekannten Prius, der allerdings nur mit Hybridmotor lieferbar ist. Der kleinere Auris hingegen ist bereits seit einiger Zeit mit Verbrennungsmotoren (Diesel oder Benziner) verschiedener Leistungsstärken erhältlich. Damit ist er das erste Modell, das wahlweise mit Verbrennungsmotor oder Vollhybridantrieb gekauft werden kann.

Mit 136 PS flott motorisiert

Die ersten Auris Hybrid stehen jetzt bei den Schweizer Händlern. Die Stossrichtung ist klar: Es geht gegen Golf & Co. Die Konkurrenz arbeitet zwar mit Hochdruck an der Hybridtechnik, doch bis zur Serienproduktion dürfte es noch ein, wenn nicht gar zwei Jahre dauern. Der Auris ist zudem das erste Hybridfahrzeug, das in Europa produziert wird, und zwar im Toyota-Werk Burnaston in Grossbritannien.

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Als Antrieb wird ein 1,8-l-Vierzylinder-Benzinmotor mit einer Leistung von 99 PS verwendet, der mit einem Elektroaggregat gekoppelt ist. Dieses gibt zwar alleine eine Leistung von nochmals fast 90 PS ab; doch die Systemleistung des Hybridmotors ist auf 136 PS begrenzt.

Dies vor allem deshalb, weil die Batterien nicht in jedem Fall ihre Gesamtleistung abgeben können, was mit den wechselnden Spannungen zusammenhänge, erklärt ein Toyota-Ingenieur. Aber mit den verfügbaren 136 PS ist man mit dem Auris auf jeden Fall flott unterwegs. Und besonders positiv: Verbrauch und Emissionen dieses Fahrzeugs liegen deutlich tiefer als der Durchschnitt.

Nach Werksangaben verbrennt der Auris Hybrid 3,8 l Benzin auf 100 km und stösst bloss 89 g/km CO2 aus, was weit unter der geplanten EU-Norm liegt. Die Start-Stopp-Automatik trägt, neben der Hybridtechnik, ebenfalls einen nicht zu unterschätzenden Anteil am tiefen Verbrauch bei. Mit dem Fahrzeug kann zudem eine kleine Strecke rein elektrisch gefahren werden (nach Werk zirka 2 km). Dieser Fahrmodus ist aber ausschliesslich im Stadtbereich ratsam, vornehmlich in Tempo-30-Zonen.

Erfahrungen mit Prius als Basis

Das Hybridsystem im Auris ist praktisch identisch mit demjenigen im Prius. «So kommen weiterhin Nickel-Metall-Batterien zum Einsatz, weil sie eine grosse Zuverlässigkeit aufweisen», erklärt Rhomberg. An den Einsatz der modernen und deutlich leichteren Lithium-Ionen-Batterien ist bei diesem System noch nicht gedacht.

Ein Thema sind hingegen für Toyota Lithium-Ionen-Akkus. Diese dürften höchstwahrscheinlich bei der sogenannten Plug-in-Version für den Prius wie für den Auris zum Einsatz kommen und die Batterien dieser Fahrzeuge unter Verwendung von Starkstrom in zirka 90 Minuten zu rund 80% aufladen. Die Plug-in-Versionen sind, nach den Vorstellungen der Toyota-Verantwortlichen, für Anfang 2012 geplant. Mit ihnen können dann maximal 20 km rein elektrisch gefahren werden, was sie, beschränkt allerdings, zu emissionsfreien Stadtwagen macht.

Auf die Frage, ob sich der technische Aufwand für einen Hybridmotor tatsächlich lohnt, wenn man ihn mit kleinen Verbrennungsmotoren vergleicht, meint Rhomberg: «Die wichtigsten Vorteile gegenüber dem Benzinmotor sind sicherlich der tiefere Verbrauch sowie die entsprechend reduzierten CO2-Emissionen. Gegenüber dem Dieselmotor ist möglicherweise bei Kleinwagen der Verbrauchsunterschied nicht sehr gross.»

Dafür habe der Vollhybrid klare Vorteile bei den verschiedensten Abgasemissionen, nicht nur was CO2 betrifft, auch die Lärmemissionen seien deutlich geringer. Toyota wolle mit dieser Antriebsart einen entscheidenden Schritt Richtung Null-Emissionen machen.

Und auch mit einer rein elektrischen Version führe Toyota nach den Worten von Rhomberg inzwischen Versuche durch. Reine Elektrowagen könnten ab 2012 oder 2013 angeboten werden.