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Verhandlungen
Auf Swiss-Piloten kommen härtere Zeiten zu

Blick aus dem Cockpit einer Swiss-Maschine: Der Konkurrenzkampf für die Piloten wird härter. (Bild: Keystone)

Die Geschäftsleitung der Schweizer Lufthansa-Tochter hat bereits auf einen Teil des Lohnes verzichtet. Nun wird auch bei den Piloten der Swiss mehr aufs Geld geachtet.

Veröffentlicht am 19.05.2013

Die Fluggesellschaft Swiss erwägt den Einsatz von ausländischen Leihpiloten, wie die Zeitung «Schweiz am Sonntag» berichtet. Damit erhöht sie den Spardruck auf das eigene Personal.

Letzte Woche hatte die Fluggesellschaft vermeldet, dass das Management bis 2015 auf fünf Prozent des Lohnes verzichtet. «Ich rechne mit einem Sparbeitrag von einer halben Million Franken», sagt Swiss-Chef Harry Hohmeister der Zeitung. Aber: «Die Managergehälter sind nicht das Thema, die machen nur einen kleinen Anteil aus und sind nicht der entscheidende Faktor. Jeder muss etwas leisten.»

Schädliche Leihpiloten

Gespräche mit den Gewerkschaften sind schon länger im Gang, auch im Hinblick auf die geplante Expansion der Swiss in Genf. Doch nun bringt Hohmeister ein neues Druckmittel ins Spiel. Er hoffe, dass man mit den Swiss- Piloten eine einvernehmliche Lösung finde.

«Aber wir prüfen natürlich auch andere Optionen, wie zum Beispiel die Kooperation mit Piloten-Vermittlungsfirmen, von denen wir zuletzt häufiger kontaktiert wurden als noch vor ein paar Jahren.» Damit stösst er sein Cockpit-Personal vor den Kopf: «Wir halten gar nichts von solchen Ideen», sagt Henning Hoffmann vom Pilotenverband Aeropers. «Sollte die Swiss auf auswärtige Leih-Piloten zurückgreifen, wäre das für die Firmenkultur und die Qualität sehr schädlich.» Oft würden solche Piloten kein Deutsch sprechen, was im Cockpit zu Kommunikationsproblemen führen könne und somit sicherheitsrelevant sei.

Der Pilotenmarkt ist zurzeit überschwemmt wegen der zahlreichen Groundings in ganz Europa. Für 2013 erwartet Hohmeister einen höheren Gewinn als im Vorjahr, weil die Auslastungen positiv seien. Aber: «Das grosse Stellenwachstum ist sicher vorbei. Wir werden keine grossen Sprünge mehr machen wie im letzten Jahr mit über 500 und dieses Jahr mit 250 neuen Stellen.» Die Arbeitsplatzzahl werde bis Anfang 2016 höchstwahrscheinlich stagnieren.

(jev)

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