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Messaging-Dienst
Auf Whatsapp soll es bald Werbung geben

Whatsapp
Facebook kaufte Whatsapp vor vier Jahren für 19 Milliarden US-Dollar und will nun offenbar Profit schlagen.Quelle: Keystone

Der Kurznachrichtendienst Whatsapp will bald Werbung zulassen. Das bestätigt nun Facebooks Messenger-Chef David Marcus.

Veröffentlicht am 04.05.2018

Weltweit nutzen 1,5 Milliarden Personen den Kurznachrichtendienst  Whatsapp. Bisher mussten Nutzer keine Werbung in Kauf nehmen. Das jedoch soll sich ändern. Facebook kaufte Whatsapp vor vier Jahren für 19 Milliarden Dollar und will nun offenbar Profit schlagen.

«Was die Werbung betrifft, werden wir Whatsapp in Zukunft definitiv weiter öffnen», sagte David Marcus, Vizepräsident der Kurznachrichtendienste von  Facebook, im Gespräch mit dem US-Wirtschaftsportal CNBC. Zwar wurde er nicht konkreter, betonte aber, man wolle nun auch grösseren Konzernen eine Schnittstelle geben, um mit Whatsapp-Nutzern Nachrichten auszutauschen. Kleinere Firmen können seit März 2018 via der Firmen-App Whatsapp Business mit Nutzern in Kontakt treten.

Streit mit Whatsapp-Mitgründer

Die Ankündigung, sich für Werbung zu öffnen, kommt kurz nachdem bekannt wurde, dass der Whatsapp-Mitgründer Jan Koum den Konzern verlässt. «Es ist Zeit weiterzuziehen», schrieb Koum am Montag in einem Facebook-Beitrag. Genauere Angaben zum Abgang machte er nicht. Auch wann genau er das Unternehmen verlässt, ist unklar. Er gilt im Unternehmen als einer der wichtigsten Datenschutzbefürworter.

Ein Grund für seinen Abgang könnte die Einführung von Werbung sein. Laut dem «Wall Street Journal» haben Pläne für Konflikte gesorgt, wonach Whatsapp Werbung einführen wolle. So werde intern darüber diskutiert, Werbung in die Snapchat-ähnliche Status-Funktion einzufügen. Spekuliert wird auch, dass Werbung wie im Facebook Messenger in der Inbox angezeigt werden könnte. Dort sehen Nutzer die fünf wichtigsten Chats, worauf ein anklickbarer Banner über Produkte und Dienstleistungen folgt.

Koum lehnte Werbung ab

Koum sprach sich 2012 in einem Blogpost deutlich gegen die Einführung von Werbung aus: «Werbung ist nicht nur die Störung der Ästhetik, die Beleidigung deiner Intelligenz und die Unterbrechung deines Gedankengangs», schrieb er damals. Sobald Werbung im Spiel ist, sei der Nutzer das Produkt. Das wollte der Whhatsapp-Mitgründer verhindern. Offenbar hat er den Kampf verloren.

Facebook hat in den vergangenen Monaten verstärkt versucht, mit Hilfe von Whatsapp seinen Umsatz zu steigern. In dem Messagingdienst gibt es anders als bei Facebook bisher keine Werbung.

(bsh, mit Material von Reuters)

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