Rein formal gehören zu einer Bewerbung Lebenslauf, Motivationsschreiben und, falls verlangt, Zeugnisse und Diplome. Es gilt der Grundsatz: Unvollständigkeit, Zeitlücken wie auch Orthographie- und Syntaxfehler zeugen von Oberflächlichkeit und sind das K.o.-Kriterium schlechthin. Je nach Anforderungsprofil werden von 100 Bewerbungen bis zu 80 aufgrund mangelhafter Präsentation zurückgewiesen.

Der Lebenslauf ist der Kern jeder Bewerbung. Die Stichworte (persönliche Daten, Ausbildung usw.) sind standardisiert. Bei den dazugehörenden Ausführungen aber sind 08/15-Angaben tabu, Massgeschneidertes ist gefragt. Auf dass das Profil des Bewerbers dem Personalverantwortlichen ins Auge springt. Und zwar sofort: Personalmanager verwenden im Schnitt eine halbe Minute für die Durchsicht eines CV. Auf maximal zwei A4-Seiten gilt es, sich klar gegliedert für den angepeilten Job zu profilieren.

Ausserberufliches wie Hobbys gehören hier nur hin, falls sich Bezüge zur Ausschreibung herstellen lassen. Das Hobby Bungee-Jumping schmückt allenfalls den Bewerber einer Event-Agentur, nicht aber einen Anwärter auf eine Controlling-Stelle. Was in keinem Lebenslauf fehlen darf, ist ein Bild des Bewerbers. Immer öfter gehen auch Videos ein. Die Idee ist gut, um sich von der Masse abzuheben, aber schlecht, wenn sie nicht professionell umgesetzt ist.

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Kurz, präzis, informativ

Der Name des Motivationsschreibens ist Programm: Hier muss stehen, warum ein Bewerber sich bewirbt, warum er oder sie der geeignete Kandidat, die geeignete Kandidatin für eine Stelle ist. Diesen Zusammenhang herzustellen, darf nicht dem Leser überlassen werden. Schwächen gehören hier nicht hin, schliesslich will der Personalverantwortliche erfahren, was ein Kandidat kann und nicht das Gegenteil. Daher sind jene Fakten aus der eigenen Biographie zu präsentieren und herauszustreichen, die am besten zum Zielfokus passen.

Privates gehört nicht in ein Motivationsschreiben. Sehr wohl aber erzielte berufliche Erfolge. Sie sind mit Beispielen und wenn möglich mit Zahlen zu belegen, und zwar kurz, präzis und informativ: Motivationsschreiben, die länger sind als eine A4-Seite, werden kaum gelesen.

Sich elektronisch zu bewerben, liegt im Trend. Bei internationalen Konzernen der IT- und Finanzindustrie gehen kaum mehr Bewerbungen per Post ein. Auch in der Telekommunikation hat sich dies bereits als Standard durchgesetzt.

Die Bewerbung via Internet ist praktisch für den Absender wie für den Empfänger. Der Absender kommt darum herum, aufwendige Dossiers zusammenzustellen. Der Empfänger seinerseits muss die Information nicht länger in bunten Mini-Broschüren zusammensuchen.

Bewerben via Internet – das ist bequemer, aber nicht einfacher. Geändert hat sich ausser dem Übermittlungsmedium nämlich nichts. Für elektronisch eingereichte Bewerbungen gelten die gleichen Vorgaben und Regeln. Doch hier hapert es oft. Es werden unvollständige Dossiers gemailt und solche voller Fehler – klassische Schnellschüsse eben. Sie vermitteln einen fatalen ersten Eindruck.

Das Gespräch nicht steuern

Das Ziel jeder Bewerbung ist die Einladung zum Vorstellungsgespräch oder einem telefonischen Erstinterview. Wer sie bekommt, hat die höchste Hürde geschafft. Beim persönlichen Gespräch trifft der Personalmanager in der Regel seine Entscheidung pro oder contra einen Kandidaten. Entsprechend ist es wichtig, dass ein Bewerber gepflegt ist und adäquat gekleidet, dass er pünktlich erscheint und sich auf sein Gegenüber einstellt. Dazu gehört auch der Respekt vor dem Revier des Interviewers: Ihm obliegt die Gesprächsführung, nicht dem Bewerber. Ins Wort fallen ist unhöflich, das Gespräch an sich reissen und Monologe führen, unmöglich. Ein Personalchef will zwar möglichst viel erfahren, aber in Kürze.

Schliesslich will er wissen, ob ein künftiger Kadermitarbeiter sich einer Antwort annähert oder ob er punktgenau landen kann. Seriöse Vorbereitung ist daher das A und O. Wir leben im Informationszeitalter und es wird erwartet, dass sich ein Bewerber über seinen potenziellen Arbeitgeber sowie über die Inhalte der ausgeschriebenen Stelle informiert. Solche Recherchen sind zudem Quelle für eigene fundierte Fragen, etwas, für das jeder Personalverantwortliche empfänglich ist.

Bluffen lohnt sich nicht

Zur Vorbereitung des Gesprächs gehört, sich auch auf Fragen wie mittelfristige Karrierepläne, Stärken und Schwächen, Antworten zu überlegen. Wichtiger als Schwächen sind erfahrungsge-mäss die Stärken; von denen will ein Unternehmen schliesslich profitieren. Indes: Niemand sucht einen Alleskönner. Bluffen ist falsch und lohnt sich nicht. Ein Arbeitsverhältnis, das so zustande kommt, wird sich kaum bewähren.

Ob eine Bewerbung ankommt oder nicht, liegt weitgehend in der Macht des Bewerbers. Etwas aber kann er nicht beeinflussen: Die Chemie. Stimmt sie nicht, fällt selbst der vielversprechendste Bewerber durch. Andererseits: Wer will schon 40 Stunden pro Woche mit einem Gegenüber verbringen, das er nicht mag?