Die Schweizer sind Weltmeister im Recycling. Beim Batterierecycling hingegen gibt es immer noch Nachholbedarf. Um die Rücklaufquote von aktuell 70% weiter zu erhöhen, klärt Inobat, die Interessenorganisation Batterieentsorgung, jetzt mit einer breit angelegten Informationskampagne in zahlreichen Schweizer Gemeinden über das Batterierecycling auf. Im Mittelpunkt steht die Förderung der öffentlichen Sammelinfrastruktur. Über 1500 Gemeinden wurden im Vorfeld von Inobat angesprochen. Ein Fokus lag dabei auf kleineren Gemeinden mit bis zu 10000 Einwohnern, da vorangegangene Untersuchungen ergeben haben, dass hier der Unterstützungsbedarf beim Ausbau der öffentlichen Sammelinfrastruktur am grössten ist.

Konkret bietet Inobat den Gemeinden fachliche Beratung bei der Optimierung der Infrastruktur sowie, unter bestimmten Voraussetzungen, auch organisatorische und finanzielle Unterstützung.

Infobus klärt direkt vor Ort auf

Gleichzeitig soll aber auch die Bevölkerung durch lokale Aktionen, Gewinnspiele und den Einsatz eines Infobusses direkt vor Ort für das Thema sensibilisiert werden. Der Infobus bietet Erwachsenen und Kindern interessante Hintergrundinformationen zum umweltgerechten Umgang mit Batterien. Im Mai 2009 ist der Bus im Kanton Thurgau gestartet, er machte zudem im Juni Station in den Kantonen Bern und Solothurn. Ab Juli folgen Baselland und weitere Kantone.

Gemäss einer repräsentativen Umfrage von 2008 erachten über 65% der Schweizer Bevölkerung die Rückgabe von gebrauchten Batterien und Akkus auch an öffentlichen Sammelstellen für «wichtig» bis «sehr wichtig».

Entsprechend unterstützt Inobat nun gezielt das Engagement der Gemeinden, ohne dabei den Handel aus seiner Pflicht zu nehmen.

In der Schweiz gibt es für Batterien sowohl eine Rückgabepflicht für Konsumenten als auch eine Rücknahmepflicht für alle Verkaufsstellen von Batterien. Entsprechend können Batterien bereits heute an rund 11000 gesetzlich verpflichteten Sammelstellen problem- und kostenlos zurückgegeben werden. Dennoch wächst die Rücklaufquote nur langsam. Im Jahr 2008 lag sie kumuliert erstmals über 70%. Ein Wert, der international zwar vorbildlich, aber für Schweizer Verhältnisse und in Anbetracht der Bedeutung vom umweltgerechten Batterierecycling noch zu gering ist.

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Mit dem Ausbau der öffentlichen Sammelinfrastruktur wird es den Konsumentinnen und Konsumenten somit jetzt noch leichter gemacht, ihre Batterien umweltgerecht zu entsorgen. Letztlich steht aber jeder Einzelne persönlich in der Pflicht, alte Batterien und Akkus umweltgerecht zu entsorgen.