Die Ökoeffizienz-Analyse beruht auf einer vom BASF Kompetenzzentrum Umwelt, Sicherheit und Energie entwickelten, weltweit anerkannten Vergleichsmethode für Produkte und Verfahren sowohl nach ökologischen als auch ökonomischen Aspekten. Dies aus der Sicht des Konsumenten, der die Investition bezahlen muss. BASF wendet sie auch für ihre chemischen Produkte und Prozesse an.

Die Analyse basiert auf der umfassenden Betrachtung aller Prozesse, die für die Herstellung und den Betrieb der untersuchten Heizsysteme relevant sind, das heisst den Lebensweg eines Produkts «von der Wiege bis zur Bahre», bekannt auch als Life Cycle Analysis (LCA): Der Energieverbrauch beim Heizen und dessen ökologische Auswirkungen werden ebenso betrachtet wie diejenigen für die Herstellung der Heizsysteme und Energieträger, dazu Risiken, Arbeitsunfall- oder Transportgefahren von der Produktion bis zum Betrieb. Emissionen werden ebenso einbezogen wie Rohstoffverbrauch und Toxizitätspotenzial. Dazu kommt die Kostenseite, also die Investition in die Heizungsanlage sowie die Kosten für Energie und Betrieb.

Die Untersuchung wurde jedes Mal nach den verbindlichen Standards der DIN EN ISO 14040 durchgeführt und vom TÜV zertifiziert. Der Untersuchung liegen deutsche Verhältnisse zugrunde. Wegen der Steuerbelastung sind hier Erdgas, Heizöl und Strom teurer als in der Schweiz – und diese wegen der vielen Braun- und Steinkohlekraftwerke stark CO2-belastet. Das ist beim schweizerischen Strommix anders. Hier stoppt laut Gesetz – wenigstens für die CO2-Bilanz – beim importierten Strom das CO2 an der Grenze.

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Heizsysteme im Vergleich

Untersucht wurden Erdgas-Niedertemperaturkessel (in der Schweiz kaum mehr eingesetzt), Erdgas-Kondensationskessel (= Brennwertkessel, in der Schweiz über 95% der verkauften Gaskessel) mit oder ohne Solarkollektoren, Heizöl-Niedertemperatur- und Kondensationskessel, Strom-Speicherheizung und Strom-Wärmepumpe sowie Scheitholz- und Pelletskessel. Referenzgebäude ist ein freistehendes Einfamilienhaus mit einer beheizten Fläche von 150 m2 und einem jährlichen spezifischen Wärmebedarf von 70 kWh/m2 (in Deutschland ein sogenanntes Niedrigenergiehaus). Die Ergebnisse sind eindeutig: Die mit Erdgas befeuerten Systeme liegen in der ökonomisch-ökologischen Gesamtbetrachtung deutlichen vor allen Alternativen – egal ob mit oder ohne Sonnenwärme. Die tiefsten Kosten hat der Hausbesitzer mit dem Erdgas-Kondensationskessel. Mit Solarkollektoren belastet dieser die Umwelt am wenigsten. Der höheren Investition für die Solarkollektoren stehen deutlich geringere Kosten beim Energieverbrauch gegenüber.

Die Ökoeffizienz des Heizölkessels wird durch die Kondensationstechnik nicht verbessert. Zwar wird die Umweltbelastung durch die Energieeinsparung durch Kondensation gegenüber dem normalen Ölkessel leicht reduziert, bleibt aber relativ hoch. Zudem sind die Kosten der Heizölsysteme deutlich höher als diejenigen mit Erdgas.

Im ökologischen Vergleich ist (eben in Deutschland, in der Schweiz offiziell nicht) die elektrische Speicherheizung aufgrund der hohen CO2-Emissionen umweltbelastender als die Ölheizungen. Durch die aufwendige Gerätetechnik ist die Investition der elektrischen Speicherheizung fast gleich hoch wie bei einer Wärmepumpe. Die Wärmepumpe ist zwar etwas teurer, belastet die Umwelt aber weniger.

Die Verbrennung von Biomasse (Holz) hat ebenfalls eine geringere Ökoeffizienz als die mit Erdgas betriebenen Heizsysteme. Der Pelletkessel ist zwar fast so umweltfreundlich, aber teurer als die Erdgasvarianten. Der Scheitholzkessel ist kostengünstiger, aber weniger umweltschonend.

Was wäre, wenn ...

Mit der Ökoeffizienzanalyse lässt sich auch trefflich «spielen» durch Variieren der Eingangsparameter im Sinne von: Was wäre, wenn. Könnte man die Emissionen der Holzheizung drastisch reduzieren, z.B. durch Feinstaubfilter, aber auch beim Stickoxid, würde sie zwar ökologisch ähnlich vorteilhaft wie die Kombination Erdgas/Sonne. Wegen der höheren Kosten bleibt sie bezüglich Ökoeffizienz weiterhin ungünstiger als die Erdgassysteme.

Wird das Haus besser gedämmt, verändert sich zwar die Position aller Heizsysteme (weniger Energieverbrauch), die Erdgassysteme bleiben trotzdem an der Spitze. Würden Pellets und Solaranlagen staatlich gefördert, verbessert sich der Pelletskessel leicht, Erdgas/Sonne würde jedoch zum absoluten «Dream-Team», weil es günstiger würde als alle anderen Systeme.