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Regulierung
Aufsicht bittet immer mehr US-Banken zur Kasse

Wall Street: Das Flohnerleben ist für die Banken vorbei.   Keystone

Die Aufsichtsbehörden der Grossbanken schalten in den Vereinigten Staaten einen Gang höher.

Veröffentlicht am 21.08.2014

Die US-Aufsichtsbehörden haben ihre Gangart gegenüber internationalen Grossbanken Finanzkreisen zufolge deutlich verschärft. Immer häufiger gebe es offizielle Verwarnungen, dass das Risikomanagement unzureichend sei, wie zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten.

Welche Häuser in jüngster Zeit getadelt wurden, sagten die Insider allerdings nicht und verwiesen auf vertrauliche Gespräche und Briefe der Behörden. Feststehe aber, dass die meisten weltweit agierenden Institute auch sechs Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise und trotz diverser Stresstests nicht in der Lage seien, ein vollständiges Bild ihrer überaus komplexen Geschäfte zu zeichnen. Im Visier der Regulierer stünden sowohl einheimische Geldhäuser als auch Ableger ausländischer Institute auf dem US-Markt.

Neue Schlampereien

Zuletzt war bekanntgeworden, dass die Deutsche Bank Ärger mit der Notenbank von New York hat. Diese warf Deutschlands grösstem Geldhaus Schlampereien im Berichtswesen der US-Tochter vor. Der Clinch dauert Finanzkreisen zufolge schon länger an, obwohl das Institut nach eigenen Angaben intensiv daran arbeitet, die internen Kontrollen und Systeme zu verbessern.

Dafür sollen allein in den USA etwa 500 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Erst vor wenigen Tagen gab die Deutsche Bank bekannt, dass sie sich hochrangige Unterstützung von der Konkurrenz holt: Richard Shannon kommt im Oktober von Goldman Sachs, um als oberster IT-Chef (CIO) das Amerika-Geschäft auf Vordermann zu bringen und die Einhaltung von US-Richtlinien zu überwachen.

Neue Jobs für Compliance

Auch andere Banken stocken seit gut einem Jahr ihre Experten-Teams auf, um den verschärften Anforderungen der Regulierer gerecht zu werden, wie die Insider betonten. Gefragt seien vor allem Datenexperten. Den Angaben zufolge haben die Banken erkannt, dass es sich längst nicht mehr nur um ein Spezialthema handelt. Denn bei unzureichender Datenlieferung besteht ein großes Risiko, dass die Aufseher Bonus- und Dividendenpläne kassieren. Das bekamen zuletzt unter anderem die Bank of America und die Citigroup zu spüren.

(reuters/chb)

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