Die Übernahmekommission (UEK) durchkreuzt die Pläne des Lift- und Fahrtreppenhersteller Schindler und untersagt diesem die Einführung einer statutarischen Angebotspflicht. Schindler hatte Anfang Juli mit Blick auf den Fall Sika angekündigt, die Statuten mit einer massgeschneiderten Opting-In-Klausel zu ergänzen.

Geplant war, dass ein Aktionär, der 50 Prozent oder mehr des Aktienkapitals erwirbt, allen Aktionären und Inhabern von Partizipationsscheinen ein freiwilliges öffentliches Kaufangebot unterbreiten muss.

«Nicht nachvollziehbar»

Die UEK hat aber etwas dagegen. In einer am Dienstagabend publizierten Verfügung wertet die Aufsichtsbehörde die vorgeschlagene rein aktienrechtliche Lösung als Verstoss gegen das Börsengesetz. Sie sei damit nichtig. Für Schindler ist dieser Entscheid «nicht nachvollziehbar», wie das Unternehmen ebenfalls am Dienstagabend mitteilte.

Schindler hatte für den 11. August eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen. Der Verwaltungsrat werde nun «in Kürze» über eine Anfechtung des UEK-Entscheids und über dessen Folgen für die ausserordentliche Generalversammlung entscheiden, hiess es weiter.

Wie Sika im Besitz der Familie

Schindler ist wie Sika in Familienhand: Die Familien Schindler und Bonnard halten mit 42 Prozent des Kapitals rund 70 Prozent der Stimmen. Der Fall Sika machte Schlagzeilen, weil die Familienaktionäre ihre Kontrollmehrheit Ende 2014 an Saint-Gobain verkaufte. Dabei liessen sie sich ihr Aktienpaket (16 Prozent des Kapitals, 53 Prozent der Stimmen) mit einer satten Prämien vergolden, während die Drittaktionäre leer ausgingen.

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(sda/mbü)