Mit einem Marktanteil von nahezu 15% am schweizerischen Hochbauvolumen und einem Umsatz von 5,6 Mrd Fr. für 2009 sind die im Verband Schweizerischer Generalunternehmer (VSGU) zusammengefassten 22 Anbieter von GU- und TU-Bauleistungen (Totalunternehmer) wichtige Player in der hiesigen Baubranche. Seit 2006 oszilliert der GU-Umsatz der Branchengrössen wie Alfred Müller, Allreal, Anliker, Bauengineering, HRS Real Estate, Implenia, Karl Steiner und andere in etwa auf gleicher Höhe, unbeeinflusst von konjunkturellen Schwankungen anderer Wirtschaftszweige, höchstens gestreift von der Aufgabe letzter, in ihrem Volumen aber unbedeutender Auslandsaktvitäten einzelner grosser Anbieter.

Die GU und TU dürfen deshalb für sich in Anspruch nehmen, insbesondere 2009 trotz Finanzkrise und durchzogener allgemeiner Konjunkturlage verhältnismässig positiv gemeistert zu haben. Und auch der Auftragsbestand deutet darauf hin, dass - zumindest vorläufig - das Wort Krise nicht zum Standardvokabular und schon gar nicht zur Jammermelodie der GU und TU wird. Vor neun Monaten lag das in Aussicht gestellte Auftragsvolumen für die Anbieter baulicher Gesamtleistungen bei rekordhohen 10,7 Mrd Fr. Allerdings: Der Auftragsbestand kann allein durch die Vergabe einiger weniger Grossprojekte - insbesondere der öffentlichen Hand - stark beeinflusst und deshalb volatil sein.

So gut, so recht. Eine Garantie für dauerndes Händereiben kann dieses in Aussicht gestellte Bauvolumen nicht sein. Deshalb sind die GU aufgefordert, strategisch wichtige Positionen zu besetzen und aus dem Schatten einer sich da und dort abzeichnenden Selbstzufriedenheit zu treten. Ansätze dazu sind etwa, nicht zuletzt, um einer durchaus möglichen Sättigungs- und damit Schwächephase der Baukonjunktur zu begegnen, Themen wie energieeffizientes Bauen, die künftige Nutzung der in der Schweiz überaus grossen Industriebrachen oder die weitere Spezialisierung auf Renovationen und Sanierungen. Und geradezu auf die GU zugeschnitten ist die Aufgabe, Bund, Kantonen und Gemeinden angesichts von deren Not leidenden Finanzhaushalten mit gemischtwirtschaftlicher Finanzierung öffentlicher Bauvorhaben unter die Arme zu greifen.

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Public Private Partnership (PPP) ist der Lösungsansatz, der in der Schweiz nach wie vor noch zu wenig Gewicht besitzt. Dies allerdings liegt nicht an der ausgewiesenen Leistungsfähigkeit der GU und TU, sondern an der Zurückhaltung der Behörden, gewissermassen die Führung von Grossprojekten aus den eigenen Händen zu geben.