Samsung wird den Verkauf von Notebook-Computern in Europa einstellen. Man passe sich damit an «aktuelle Marktbedürfnisse und Anforderungen» an, erklärte das Unternehmen am Mittwoch.

Die Entscheidung betreffe neben mobilen Computern mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows auch die Chromebooks mit Googles Chrome-Software. Das PC-Geschäft war in den vergangenen Jahren massiv unter Druck geraten. Auslöser war der Erfolg von Smartphones und Tablets. Im vergangenen Jahr schrumpfte der weltweite PC-Absatz um rund zehn Prozent.

Überraschender Zeitpunkt

Zuletzt gab es allerdings eine deutliche Erholung, unter anderem nachdem Microsoft die Unterstützung seines alten Betriebssystems Windows XP einstellte. Einige Anbieter wie Lenovo, Hewlett-Packard oder Acer profitierten davon in Europa aber stärker als andere.

Der Zeitpunkt scheint überraschen gewählt: Zu Beginn dieses Jahres hat Samsung auf der Elektronikmesse CES 2014 den neuen Laptop «Ativ Book» und ein neues Chromebook vorgestellt. Ausserdem ist Westeuropa ein starker Markt für Laptop-Verkäufe. Daten eines Marktforschungsunternehmen weisen darauf hin, dass sich die PC-Verkäufe vor Kurzem stabilisiert hatten und insbesondere bei Chromebooks starkes Wachstum erwartet wird.

Sony hat im Februar die Notbremse gezogen

Allerdings folgen die Koreaner damit ihrem japanischen Rivalen. Im Februar hat Sony bereits die Notbremse gezogen und sich aus dem Geschäft mit Computern zurückgezogen. Künftig konzentriert sich der japanische Traditionskonzern, der lange Zeit alle herkömmlichen Elektronik-Produkte im Angebot hatte und auch den Walkman erfand, auf den Verkauf seiner Spielekonsole PlayStation sowie Kameras, Smartphones und Tablets.

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 (sda/ise/ama)