Obwohl der Blick in die Kristallkugel selten zuverlässige Resultate ergibt, kann doch einiges über wichtige neue Technologien der Zukunft ausgesagt werden. Dies ganz einfach aus dem Grund, weil die Menschheit mit einer Klasse von Problemen kämpft, die sie sich selbst geschaffen hat: Energieversorgung, Wasserversorgung, Nahrungsversorgung, Umweltbelastung und viele mehr. Mit Sicherheit müssen neue Technologien neue Lösungen ermöglichen, die helfen, diese Probleme zu lindern.

Die vielen Stärken der Schweiz

Bestimmt werden also Technologien in der Zukunft wichtig sein, die sich mit neuen Arten der Energieversorgung, der Wasseraufbereitung oder der Abfallvernichtung befassen, um nur einige Beispiele zu nennen. Daneben werden auch die Unterhaltungselektronik, die mobile Telefonie und die Computer-Elektronik, folglich die ganze Unterhaltungsindustrie, durch neue Technologien gefüttert werden – mehr aber, um den Umgang mit der Technologie zu erleichtern, als noch viele zusätzliche Grundfunktionen beizufügen. Der typische Anwender (User) ist an der Grenze der von ihm bewältigbaren Komplexität angelangt.

Offensichtlich handelt es sich aber bei den erwähnten Technologien eigentlich um Anwendungsbereiche. Jeder Anwendungsbereich verlangt nach seinen Technologien, jede Technologie nach ihrem wissenschaftlichen Hintergrund. Die künftigen Lösungen werden zeigen, welche technologischen Anwendungen besonders wichtig sein werden.

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Es ist interessant, sich vor Augen zu halten, dass sich solche wichtige Technologien der Zu-kunft in zwei Hauptklassen einteilen lassen. Die erste Klasse ist Hardwareorientiert, also verbunden mit Geräten, die oft in sehr hohen Stückzahlen verkauft werden, so etwa die Mobiltelefone. Die zweite Klasse ist eher Anlagen- oder Systemorientiert. Ein Beispiel für diese Klasse ist in der Solarenergie zu finden, wo oft oder meistens die Lösung der spezifischen Situation angepasst werden muss.

Die vielen Stärken der Schweiz

Mit Ausnahme einiger spezieller Gebiete ist die Schweiz typischerweise viel stärker im Systembereich engagiert als im Komponentenbereich. Dies nicht zuletzt deshalb, weil Kostenoptimierung bei Massengeräten oft im Vordergrund steht und da die Lohnkosten eine wesentliche Rolle spielen. Oft ist ja noch heute der Automatisierungsgrad der Produktion relativ bescheiden.

Mit wenig Risiko, sich grundlegend zu täuschen, kann jedoch vorausgesagt werden, dass sich der Konkurrenzdruck eher verstärken wird – sicher wird er nicht abnehmen. Der Kostendruck wird gezwungenermassen zu einem höheren Automatisierungsgrad führen müssen. Dies wiederum bringt die Massenprodukte näher zum Systembereich, und damit näher zum interdisziplinären Bereich, welcher der Schweiz besonders gut liegt.

Diese ganze Überlegung ist übrigens in der Uhrenindustrie schon vorgelebt worden, wo sich die verschiedenen Hersteller dank optimaler Kombination von handwerklicher Geschicklichkeit mit extremem Automatisierungsgrad in der Produktion einen grossen Konkurrenzvorteil erarbeiteten, der sie besser schützt als viel Patente. Die Schweiz hat also bereits gezeigt, dass sie sich in einem solchen Markt-Technologie-Umfeld sehr bewähren kann.

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Kombiniert man diese beiden Überlegungen, scheint der Weg in die Zukunft mindestens ein bisschen klarer zu werden: Systeme, gepaart mit hohem Automatisierungsgrad, sind sicher die Richtung, die für die Schweiz besonders interessant ist. Ein typisches Beispiel dafür ist die Photovoltaik, die den Systemgedanken bereits voraussetzt, aber gleichzeitig auf eine hochtechnologische Produktionsautomatisierung zurückgreifen können muss.

Die Aufgabe eines Technoparks

Wie schon erwähnt, ist das interdisziplinäre Systemwissen von besonders hohem Wert. Dank einem (immer noch) ausgezeichneten Ausbildungssystem sind die entsprechenden Kenntnisse unserer Wissenschafter und Ingenieure auf höchstem Niveau. Aber ohne einen intensiven Austausch der verschiedensten Firmen kann die Interdisziplinarität nicht wirklich gelebt werden.

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Die Wahrung dieses kostbaren Gleichgewichtes zwischen Interdisziplinarität und Spezialistentum – eine ganz klare Stärke der Schweiz – wird schwierig. Die Aufgabe von Institutionen wie eines Technoparks ist es gerade, diesen Austausch, diese Interdisziplinarität zu fördern. Damit tragen sie sehr wesentlich zu einer leistungsfähigen Technologieumgebung in der Schweiz bei. Zum Glück funktioniert dies ja bestens.