Die verwalteten Vermögen nahmen im 1. Halbjahr 2008 um 1 Mrd Fr. auf 25,4 Mrd Fr. zu. Werden Sie fürs Gesamtjahr die avisierten 28 bis 29 Mrd Fr. erreichen?

Steffen Meister: Daran glauben wir. Es ist nach wie vor ein ambitiöses Ziel ? doch nur solche Ziele wollen wir uns setzen.

Sie sind also auf Kurs?

Meister: Ja, denn das Nettowachstum von 1 Mrd Fr. ist nur die eine Seite. Das Bruttowachstum beträgt 3,8 Mrd Fr. und entspricht weitgehend jenem der beiden vorangegangenen Semester.

Dennoch resultierte am Ende des 1. Halbjahres 2008 lediglich ein Nettozuwachs von 1 Mrd Fr.

Meister: Die Währungsschwankungen haben stark belastet. Der US-Dollar hat 10% an Wert eingebüsst, der Euro ein paar Prozentpunkte. Das hat uns rund 1 Mrd Fr. gekostet.

Und im 2. Halbjahr?

Meister: Wir gehen davon aus, dass wir brutto in einer ähnlichen Grössenordnung wachsen werden und die anderen negativen Effekte wesentlich kleiner werden.

Wie sehen die Ziele für die weitere Zukunft aus?

Meister: Wir haben ein Mittel- bis Langfristziel formuliert, und zwar 50 Mrd Fr. verwaltete Vermögen bis 2012.

Trotz der Finanzkrise?

Meister: Wenn wir in den nächsten Jahren das wirtschaftliche Umfeld der 1930er Jahre haben, dann wird es sicher schwer werden. Doch gehen wir davon aus, dass sich die Märkte im Verlaufe des Jahres 2009 wieder erholen und die 50 Mrd Fr. gut zu erreichen sind.

Die Anleger sind bezüglich Ihrer Ziele zurückhaltender. Die Aktien haben seit Jahresbeginn knapp 15% an Wert eingebüsst.

Meister: Das gegenwärtige Marktumfeld wird durch eine hohe Volatilität geprägt. Zudem wurden Ende Juni zahlreiche Portfolios umgeschichtet. Anleger verabschiedeten sich oft von klassischen Aktienfonds. Das sind meiner Meinung nach die Gründe für die Aktienbewegung und nicht eine veränderte Einschätzung bezüglich unseres Potenzials. Denn unsere Resultate decken sich mit den Einschätzungen der Analysten.

Wie wollen Sie die Anleger überzeugen?

Meister: Indem wir die Erträge und Wachstumszahlen bringen, die wir ankündigen. Wir fokussieren uns voll auf unser Geschäft. Und verglichen mit anderen Finanztiteln erscheint mir der Aktienkurs von Partners Group doch relativ stabil.

Warum?

Meister: Weil die Investoren erkannt haben, dass sich unser Geschäftsmodell deutlich von einer Bank oder einem klassischen Anlageberater unterscheidet und letztlich robuster ist.

Welches wäre denn der faire Aktienkurs von Partners Group?

Meister: Diese Einschätzung überlasse ich gerne den Analysten. Ihr Konsens liegt bei 180 bis 200 Fr. Wir konzentrieren uns aber lieber auf die Wachstumstreiber.

Und die wären?

Meister: Neben den Assets-under-Management-Zielen eine Ebitda-Marge von 70% und eine mittelfristige Net-Revenue-Marge von 130 bis 140 Basispunkten.

Wie wirkt sich die gegenwärtige Finanzmarktkrise konkret auf Partners Group aus?

Meister: Auf der Anlageseite nehmen wir eine Übergewichtung von gewissen Privatmarkt-Opportunitäten vor. Zum Beispiel im Secondary-Bereich. Seit Juli 2007 haben wir einen viel grösseren und attraktiven Deal-Flow von existierenden Private-Equity-Portfolios, die an den Markt gelangen. Wir sind stark spezialisiert in proprietären Transaktionen und komplexen Lösungen. Auch die Mezzanine-Finanzierung bietet hervorragende Anlagemöglichkeiten.

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Und auf der Kundenseite?

Meister: Wir beobachten ein unterschiedliches Verhalten je nach Industrie und Region. Banken sind tendenziell zurückhaltender und vorsichtiger geworden. Dagegen hat die Nachfrage bei den Pensionskassen und Versicherern zum Teil stark zugenommen. Geografisch ist das Wachstum ausprägt in Grossbritannien und Skandinavien, aber auch in den USA. Zudem sehen wir in den reiferen asiatischen Märkten wie Japan und in Australien mittelfristig grosses Potenzial.