1. Home
  2. Unternehmen
  3. Ausländer kehren Schweizer Ferienwohungen den Rücken

Rekord
Ausländer kehren Schweizer Ferienwohungen den Rücken

Crans-Montana im Wallis: Die Rechtgrundlage verunsichert.   Keystone

Noch nie wollten hierzulande so wenig Personen mit fremden Pass eine Ferienwohung kaufen. Der Rückgang hat in der Finanzkrise seinen Ursprung. Doch es gibt noch einen weiteren Grund.

Veröffentlicht am 23.03.2014

Die Zahl der Ferienwohnungen, die Ausländer in der Schweiz kaufen, hat 2013 einen historischen Tiefststand erreicht: Letztes Jahr erwarben Personen, die im Ausland wohnen, noch 1016 Zweitwohnungen in der Schweiz. Das geht aus einer Erhebung des Bundesamts für Justiz über die entsprechenden Lex-Koller-Bewilligungen hervor, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.

«Völlig unsichere Rechtslage»

2012 betrug die Zahl noch 1121, vor fünf Jahren noch 1500. Fachleute sehen den Grund für den Rückgang in der Finanzkrise im Herbst 2008 sowie in der Zweitwohnungsinitiative. Die Schweizer Stimmberechtigten hatte diese im Frühling 2012 mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 50,6 Prozent angenommen.  «Der Grund für den Rückgang ist eindeutig die völlig unsichere Rechtslage seit der Annahme der Zweitwohnungsinitiative», sagt Leander Williner, Chef der Dienststelle der Grundbuchämter im Kanton Wallis.

«Ferienwohnungsmarkt praktisch tot»

Ähnlich tönt es im Berner Oberland:  «Der Hauptgrund für den Rückgang ist die Rechtsunsicherheit, die seit der Annahme der Initiative  besteht», sagt Michael Teuscher, Chef des Regierungsstatthalteramts Obersimmental-Saanen. Zum Amt gehören unter anderem die Ortschaften Gstaad und Lenk. Wegen der Initiative sei auch das Angebot zurückgegangen, namentlich dasjenige an grossen Ferienwohnungen. «Unmittelbar nach Annahme der Initiative war der Ferienwohnungsmarkt praktisch tot», sagt Teuscher.

(dbe)

Anzeige