Auf Hänis Schreibtisch landeten viele Klagen von Kunden, denen die Bank die Kontoführungsgebühren erhöht hat. Oft störten sich die Kunden nicht einmal darüber, dass sie als Ausländer höhere Kosten hätten, sondern darüber, dass die Bank sie zu spät oder nur ungenügend informiere, sagte Häni in Zürich vor den Medien.

Dazu kämen US-Kunden oder Kunden mit amerikanischer Staatsbürgerschaft, denen die Bank die Kundenbeziehung vor dem Hintergrund des Steuerkonflikts Knall auf Fall aufgekündigt habe. Häni behandelte auch Fälle von Schweizern, die durch ihre Geburt in den USA als US-Personen gelten und dadurch Probleme mit ihrer Schweizer Bank bekamen.

Der Anteil ausländischer Kunden bei Hänis Anfragen stieg im vergangenen Jahr von 37 auf 38 Prozent. Durch die ausländischen Kunden häuften sich die Fälle, wo es um Kontoführungsprobleme und Fragen des Geldverkehrs ging. In den vergangenen Jahren habe sich die Ombudsstelle eher mit Fragen der Anlageberatung und Vermögensverwaltung beschäftigt.

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Insgesamt bearbeitete die Ombudsstelle im vergangenen Jahr 1889 Fälle, leicht weniger als 2010. Allerdings liegt die Zahl der Anfragen immer noch deutlich über dem Mittel der Zeit vor der Finanzkrise.

Früher gingen beim Ombudsman 1400 bis 1500 Fälle ein. «Vor der Finanzkrise wurden uns pro Monat rund 130 neue Fälle unterbreitet, jetzt sind es fast 160», sagte Häni.

(chb/muv/sda)