GLOBALISIERUNG. Anders als die angehenden Akademiker beim Nachbarn Deutschland, deren Lust auf Auslandpraktika nach einem Bericht des deutschen Manager-Magazin vom 7. Juni rapide zurückgeht, berichtet die Schweizer Organisation StudEx über eine erfreuliche Nachfragesteigerung.

Auslandaufenthalte, direkte Erfahrungen mit anderen Sprachen und Kulturen wurden bei Bewerbungen noch nie so hoch eingestuft wie heute. Wenn Studierende sich der globalisierten Welt stellen wollen, führt kein Weg an Auslandsemestern oder Auslandpraktika vorbei. In Bewerbungsgesprächen sind Auslanderfahrungen immer mehr ein zentrales Thema.

StudEx für Europa

Für Austauschprogramme und Auslandpraktika in Europa ist die Organisation StudEx die richtige Adresse. Sie vermittelt einerseits Auslandsemester im Rahmen des EU-Bildungsprogramms «Leonardo da Vinci», steht aber auch für den Zugang zu Auslandpraktika mit allen erdenklichen Mitteln und Auskünften zur Seite. Mit Unterstützung der StudEx haben 2006 insgesamt 91 Studierende, Schweizer Universitäten (34), ETH Zürich (15) Fachhochschulen und andere Hochschulen (42), wertvolle Erfahrungen an ausländischen Schulen sammeln können. Die meisten Studenten bevorzugten europäische Nachbarn mit Deutschland an der Spitze, gefolgt von Grossbritannien, Frankreich und Finnland. Seit 1997 hat sich die Zahl der Vermittlungen fast verfünffacht. 2006 gingen 232 Stipendienanträge bei StudEx ein, davon wurden 180 bewilligt, 52 abgelehnt. Wer wissen möchte, wie viele Studierende in welchen Ländern heute unterwegs sind, findet das leicht heraus, indem er auf die entsprechende Website von StudEx geht und feststellt, dass auch 2007 die meisten Studenten Deutschland, England und Frankreich gewählt haben. Interessant sind auch die ins Netz gestellten Erfahrungsberichte.

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Am liebsten Architektur

Die grösste Lust auf Erfahrungen im europäischen Ausland zeigen Architekturstudenten und Studierende der Fächer Kunst und Gestaltung. Gleich danach folgen Studenten der Wirtschaftswissenschaften und Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften und Ingenieurwissenschaften. Künftige Geisteswissenschaftler, Juristen, Informatiker, Sprach- und Literaturwissenschaftler sind am wenigsten geneigt, vom EU-Bildungsprogramm zu profitieren. Auch hier geben die Schlussberichte von Schweizer Studierenden im Ausland Auskunft über Gründe, Erfolge, Alltägliches und zuletzt, ob und warum sich der Aufenthalt gelohnt hat. So hat sich eine Studentin der PH Bern für ein Praktikum als Deutschlehrerin in Finnland entschieden. ETH-Studierende absolvierten zum Beispiel ein Marketing-Praktikum in England und ein Traineeship als Naturwissenschaftler in London. Ein Erfahrungsbericht eines Studenten der HSG berichtet über das Praktikum beim Sekretariat der europäischen Entwicklungsbank, und ein künftiger Akademiker der Universität Bern entschied sich für ein Praktikum in Event-Mangement in Spanien.

Praktika ausserhalb der EU

Für Studierende der technischen Wissenschaften vermittelt die IAESTE, International Association for the Exchange, of Students for Technical Experience Praktikumsplätze. IAESTE ist eine nicht politische, unabhängige Nichtregierungsorganisation, die aus Nationalkomitees in über 80 Ländern besteht. Die ETH Zürich ist einer der Partner von IAESTE Switzerland. Ein Netzwerk von führenden europäischen technischen Universitäten bietet UNITECH International, die ETH ist auch hier Mitglied. Das Programm ermöglicht Top-Studierenden, ihre Ingenieurausbildung durch internationale akademische und berufliche Erfahrungen zu ergänzen. Für ein Praktikum in den USA vermittelt die ETH-Vertreterin in San Francisco im Rahmen eines Pilotprojekts Stellen für Masterstudierende und Doktorierende.

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StudEx

IAESTE

Unitech International

Praktikum in den USA

Leonardo da Vinci Europa und Erasmus

Tipp