Wie entwickelt sich die Auseinandersetzung mit Laxey?

Anton Affentranger: Der Hedge-Fonds dürfte im Verlauf des vergangenen Jahres seine Position an Implenia ausgebaut haben und inzwischen knapp unter 50% der Anteile besitzen. Angesichts der Entscheide der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht und des Bundesverwaltungsgerichts bezüglich des illegalen Erwerbs der Aktien durch Laxey haben wir dem Hedge-Fonds mehrmals eine Lösung zur Umplatzierung des Paketes angeboten, was allerdings abgelehnt wurde.

Wer ist am Paket interessiert?

Affentranger: Die Namen kann ich nicht nennen. Wir haben mit mehreren, mehrheitlich Schweizer Investoren Gespräche geführt. Sie wären bereit, Teile des Pakets zu übernehmen.

Welchen Einfluss hatte der Konflikt auf das Ergebnis 2008, welches durch Sonderkosten in der Höhe von 12,9 Mio Fr. belastet wurde?

Affentranger: Die Sonderkosten wurden zum grossen Teil durch Abschreibungen auf immateriellen Werten und Rechtsstreitigkeiten aus den Jahren vor der Fusion verursacht, zum kleinen Teil durch den Konflikt mit Laxey.

Wie beurteilen Sie die Schweizer Baukonjunktur?

Affentranger: Noch geht es nicht nur uns, sondern auch unseren Konkurrenten gut. Wir haben für das laufende Jahr volle Auftragsbücher, doch zeigt sich eine Verlagerung vom Hoch- in den Tiefbau. Dies dürfte in diesem Bereich zu einem erhöhten Preisdruck führen. Fraglich ist, wie die staatlichen Konjunkturförderprogramme den Preisdruck abfedern können.

Anzeige

Welche Erwartungen haben Sie an die Förderprogramme?

Affentranger: Solche Programme sind in dieser schweren Krise absolut notwendig. Die Binnenwirtschaft muss angekurbelt werden. Dies gilt nicht nur für den Bau, auch grosse Energie- und Technologieprogramme müssen gefördert werden.

Weshalb ist die Projektentwicklung 2008 unter den Erwartungen geblieben?

Affentranger: Einzelne Bauprojekte, die für 2008 geplant waren, wurden ins 2009 und 2010 verschoben. Mit Ausnahme eines Projektes in Genf sind wir überzeugt, dass alle wie geplant realisiert werden können.

Auch das Auslandgeschäft von Implenia kommt nicht voran.

Affentranger: Unsere Planung beruhte auf Rahmenbedingungen vor der Wirtschaftskrise. Wir sind davon ausgegangen, dass wir schneller weiter kommen. Doch die Krise hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Wo stehen Sie mit den Aktivitäten im Public-Private-Partnership?

Affentranger: Wir haben solche Projekte geprüft, aufgrund der hohen Kosten aber nicht mehr weiterverfolgt.

Insbesondere das Joint Venture Russian Land Implenia (RLI) leidet unter den Finanznöten des Oligarchen Chalva Tchigirinsky.

Affentranger: RLI hat uns beim Aufbau unseres Netzwerkes vor Ort viel geholfen. Da wir von Anfang an den Lead im Joint Venture hatten, können wir, falls wir keine Vorteile mehr erzielen, einfach aussteigen und Implenia Russia eröffnen. Solche Überlegungen stellen wir derzeit an. In der Zwischenzeit konzentrieren wir uns in Russland auf Sotschi.

Hat die Auslandstrategie versagt?

Affentranger: Nein, an unserer Strategie halten wir fest, auch wenn wir sie nicht im beabsichtigten Tempo umsetzen können. Es ist wichtig, dass wir in den Zielmärkten Russland und Mittleren Osten vor Ort sind, wenn die Erholung kommt.

Anzeige

Welche Ziele wollen Sie im laufenden Jahr erreichen?

Affentranger: Wir bewegen uns in einem schwierigen Umfeld. Und die Herausforderungen werden noch zunehmen. In diesem Umfeld wollen wir unsere Bauvolumina sauber abwickeln und einen Umsatz auf dem Niveau von 2008 erzielen. Anspruchsvoller dürfte die Akquisition von Aufträgen für 2010 werden. Gleichzeitig arbeiten wir weiterhin an der Kostenoptimierung. Und natürlich wollen wir Laxey los werden.

Und die Margenziele?

Affentranger: Wir arbeiten weiter an der Verbesserung der Marge.