Die Namenaktien des Winterthurer Autozulieferers Autoneum sind am Donnerstagmorgen auf Tauchgang gegangen, nachdem das Unternehmen am Vortag über eine Kartelluntersuchung gegen seine deutsche Tochter informiert hatte. Bis am Abend hatten sie sich erholt und schlossen leicht im Plus.

Wie das Schweizer Mutterhaus am Mittwochabend mitgeteilt hatte, ist Autoneum Germany mit weiteren Automobilzulieferern Gegenstand von Untersuchungen des deutschen Bundeskartellamts.

Diese betreffen unter anderem den Markt für Teppichsysteme und Kofferraumverkleidungen und seien aufgrund des Verdachts auf mögliche wettbewerbsbeschränkende Absprachen unter Automobilzulieferern eingeleitet worden. Autoneum beabsichtigt, mit dem Bundeskartellamt zusammenzuarbeiten.

Für eine Abschätzung möglicher Folgen sei es noch zu früh, kommentierte die Bank Vontobel. Deutschland sei ein wichtiger Markt für Autoneum. Im Vorjahr betrug der Umsatzanteil des deutschen Markts für Autoneum rund 23 Prozent, schätzt die Bank.

Die Namenaktien von Autoneum verloren bis 10.15 Uhr 4,6 Prozent und erholten sich anschliessend bis 11 Uhr mit einem Minus von 2,73 Prozent. Bis Börsenschluss kehrte sich der Verlust in ein Plus von 0,3 Prozent. Der Gesamtmarkt gemessen am SPI notierte 0,05 Prozent höher als am Vorabend.

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(sda/tke)