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Avaloq-CEO: BSI war zufriedener Kunde

BSI: Von der EFG aufgekauft. Keystone

Die EFG und BSI wollen ihre IT-Plattformen zusammenlegen, das Nachsehen hat Avaloq. CEO Francisco Fernandez kann das nicht nachvollziehen, die Tessiner habe er als zufriedene Kunden erlebt.

Veröffentlicht am 06.05.2016

Der Chef des Bankensoftware-Unternehmens Avaloq, Francisco Fernandez, erklärt den Entscheid der zusammengeschlossenen Bank EFG/BSI gegen die Avaloq-Plattform mit den Machtverhältnissen bei der Übernahme: «Oft ist es so, dass der Übernommene die Plattform des Käufers übernimmt, nicht umgekehrt.» Er habe die BSI als «sehr zufriedenen Kunden» wahrgenommen, sagte Fernandez in einem am Freitag publizierten Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» (Online-Ausgabe).

EFG International hatte im März nach der Ankündigung der BSI-Übernahme entschieden, die von der Avaloq-Tochter B-Source betriebene IT-Plattform im Rahmen der Fusion auf die eigene Temenos-Plattform zu migrieren. Avaloq fordert nun von der BSI eine Entschädigung von 90 Millionen Franken, wie die Nachrichtenagentur AWP am Mittwoch berichtet hatte. Zu der Forderung wollte sich Fernandez «im Sinne der Kundenbeziehung mit BSI» nicht äussern. Er hoffe derweil noch immer, dass sich die neue Bank EFG/BSI zugunsten von Avaloq umentscheiden werde.

«Arizon» auf Kurs

Das Gemeinschaftsprojekt «Arizon» mit der Raiffeisen-Gruppe laufe nach Plan, betonte Fernandez auf eine entsprechende Frage weiter. «Es ist normal, dass es bei einem Grossprojekt auch Diskussionen gibt.» Der Zeitplan werde aber nicht in Frage gestellt: «Ende 2017 werden alle Raiffeisen-Banken in vollem Umfang auf der Arizon-Lösung laufen.»

Kein Problem sieht der Avaloq-CEO darin, dass sich Raiffeisen mit 10 Prozent an Avaloq beteiligt hat. Mit einer solchen Beteiligung müssten die Kunden auch keine Angst haben, dass der Einfluss zu gross werde. Den Finanzierungsbedarf seines Unternehmens für die weitere Expansion sieht Fernandez «für die nächsten drei Jahre» gedeckt. Wenn man die Strategie wieder beschleunigen wolle, wäre aber ein Zugang zum Kapitalmarkt sinnvoll. «Wir hätten bislang auch ohne Fremdkapital und Raiffeisen-Beteiligung expandieren können, einfach viel langsamer.»

IPO als Option

Einen Börsengang sehe er als eine der Optionen, um sich zu finanzieren, so der Avaloq-CEO. «Wir wollen in spätestens zwei Jahren die Option haben, entweder an die Börse zu gehen oder eine Anleihe zu begeben – oder beides.» Auch einen weiteren strategischen Investor an Bord zu nehmen, sei eine Möglichkeit.

Vor einem möglichen Börsengang brauche das Unternehmen auch eine «kritische Grösse», sagte Fernandez. «Ab etwa 1 Milliarde Umsatz würde ich mich am Kapitalmarkt wohlfühlen.» 2015 hatte Avaloq laut Angaben von Ende März einen Umsatz von etwa 500 Millionen Franken erzielt.

(awp/ise)

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