Im 1. Quartal 2009 sind die Prämien, verglichen mit dem Vorjahr, währungsbereinigt um 1% zurückgegangen. Wie hat sich der Gewinn entwickelt? Sind Sie auf Kurs?

Die Entwicklung von AWD, die seit Ende 2007 der Swiss Life gehört, hat erneut enttäuscht. Die Umsatzerlöse gingen um 21% auf 133 Mio Euro zurück. Werden Sie sich aus Grossbritannien und Österreich, wo die grössten Verluste entstanden, zurückziehen?

Pfister: Österreich und Grossbritannien sind zwei verschiedene Situationen, die auch unterschiedliche Massnahmen bedingen. CEO Manfred Behrens arbeitet mit Hochdruck an diesen Themen. AWD hat auf der Kostenseite erste Massnahmen zur Verbesserung der Situation eingeleitet.

Mit welchen konkreten Massnahmen wollen Sie die angestrebten Synergien mit AWD erreichen?

Pfister: Die Zusammenarbeit zwischen Swiss Life und AWD läuft gut. Dank neuen Produkten und Produktanpassungen erfüllen bereits diverse Produkte von Swiss Life die Best-Select-Kriterien von AWD. Der Umsatz von Swiss-Life-Produkten bei AWD ist dadurch gegenüber der Vorjahresperiode um 35% gestiegen. Wir sind weiterhin zuversichtlich, dass wir unsere Zielsetzungen mit AWD erreichen können.

Wäre eine Möglichkeit, den Aussendienst von Swiss Life und AWD zusammenzuführen?

Pfister: Nur in der Schweiz gibt es parallel einen AWD- und einen Swiss-Life-Aussendienst. Deren Vertriebs- und Beratungskonzepte sind unterschiedlich und sollen es auch bleiben. Eine Zusammenlegung steht nicht zur Diskussion.

Sind Sie nach wie vor überzeugt, dass die AWD-Übernahme strategisch richtig war?

Pfister: Absolut. Der Ausbau der Vertriebskapazität war richtig und notwendig. Unser Unternehmen ist dadurch deutlich kundennäher geworden. Die persönliche Beratung wird auch in Zukunft ein wichtiges Element im Geschäft mit der Altersvorsorge bleiben, und die Bedeutung von Anbietern einer unabhängigen Finanzberatung wie AWD wird weiter steigen. Wir wussten, dass es Zeit braucht, bis wir die Früchte dieser Übernahme ernten können.

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Welche Ziele wollen Sie für 2009 mit AWD erreichen?

Pfister: Aufgrund des Ertragsrückgangs müssen jetzt auch die Kosten weiter gesenkt werden, und dann sollen für Österreich und Grossbritannien nachhaltige Lösungen gefunden werden. Wir wollen in diesem Jahr die Voraussetzungen schaffen, dass wir die finanziellen Zielsetzungen bis 2012 erreichen können.

Sie sitzen noch auf einem MLP-Aktienpaket von 15,8% und wollen es unter 10% senken. Haben Sie schon einen Käufer gefunden?

Pfister: Der Kurs der MLP-Aktie hat sich in den letzten Wochen ja sehr positiv entwickelt. Wir sind mit möglichen Käufern im Gespräch. Entscheidungen sind noch keine gefallen.

Überraschend kommt der Rücktritt von CFO Thomas Müller. Da er auch Chief Risk Officer war, hat der Weggang nicht vielmehr mit dem ungenügenden Risikomanagement von Swiss Life zu tun?

Pfister: Thomas Müller hat gerade auch in der äusserst anspruchsvollen Phase im 2. Halbjahr 2008 einen sehr guten Job gemacht. Ich bedaure seinen Weggang, verstehe aber auch, dass er sich nach sieben Jahren bei der Swiss-Life-Gruppe verändern will.

Wie bewerten Sie das Leben-Geschäft für Swiss Life in Europa?

Pfister: Der Vorsorgemarkt wird langfristig weiter wachsen. Dafür sprechen die grösser werdende Vorsorgelücke aufgrund der demografischen Entwicklung und der zunehmende Druck auf die stark verschuldeten Staatshaushalte.

Sie gaben Ende 2008 bekannt, bis 2012 die Kosten um 90 Mio Fr. zu senken, was den Abbau von 200 Stellen umfasst. Sind weitere Massnahmen geplant?

Pfister: Sie sprechen die Verkleinerung des Konzernhauptsitzes an, die zum grossen Teil umgesetzt ist. Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung hat bei uns wie bei allen anderen Firmen striktes Kostenmanagement weiterhin hohe Priorität.