Die Expansionsstrategie habe sich nicht geändert: «Swiss Life will Marktführer im Vorsorgebereich werden - und AWD hat sich zum Ziel gesetzt, die Spitze im Finanzvertrieb einzunehmen», sagt Carsten Maschmeyer, Gründer von AWD und Verwaltungsratsmitglied beim Lebensversicherer Swiss Life, im Interview mit der «Handelszeitung». Besonders im Fall der Swiss-Life-Tochter AWD werden Zukäufe in Betracht gezogen. «AWD soll deutlich grösser werden. Dazu hilft neben dem organischen auch das generische Wachstum», so Maschmeyer. Als möglicher Übernahmekandidat gilt neben dem Finanzberater MLP auch der Finanzvertrieb Formaxx.

Swiss Life hatte den deutschen Finanzvertrieb AWD 2008 für die stolze Summe von rund 2 Mrd Fr. gekauft. Bislang sorgte AWD jedoch für grosse Löcher in der Swiss-Life-Kasse; das Mutterhaus setzte beim Finanzvertrieb darum rigorose Sparmassnahmen durch. «Das ist ein automatischer Reflex, wenn die Gewinne aus Kapitalanlagen zurückgehen und Reserven gebildet werden sollen», erklärt Maschmeyer. Trotzdem stehe AWD nicht zum Verkauf. «Es bestehen einzig Pläne, AWD wieder profitabel zu machen und zu vergrössern.» Das Ziel von Swiss Life, Marktführer im Altersvorsorgemarkt zu werden, sei ohne eine breite Vertriebsstruktur nicht erreichbar, so Maschmeyer weiter.

Swiss Life hat bei AWD noch eine Reihe anderer Baustellen zu bewältigen, etwa vor Gericht laufende Klagen in Österreich. Ein Grund zur Sorge sei das aber nicht. «Es gibt in Österreich keine Sammelklage», beruhigt Maschmeyer. Das Gericht habe die Fälle lediglich gebündelt. «Jeder Kläger muss seine Klage eigenständig einreichen», sagt er.

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Der Grund für den Unmut in Österreich sieht Maschmeyer im Erfolg von AWD. «Ich habe das Gefühl, dass der Erfolg die Lobbyisten in Österreich stört.»