Verkäufe und Umbaumassnahmen im Konzern haben dem Medienkonzern Axel Springer zu Jahresbeginn ein sattes Gewinnplus beschert. Die Ausgliederung seiner Medienangebote in der Schweiz in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Ringier-Verlag spülte dem Unternehmen mehr als 90 Millionen Euro in die Kasse.

Den Anlegern reichte das aber nicht aus: Die Aktie sackte am Morgen zuletzt gut vier Prozent ab. Analysten nahmen die Quartalszahlen eher neutral auf. «Im Rahmen der Erwartungen», kommentierten Equinet und Barclays am Morgen. Einige Händler werteten die Ergebnisse dagegen als negative Überraschung.

Internet-Anzeigeportale treiben das Geschäft

Obwohl Investitionen in Angebote wie Business Insider oder die Smartphone-App Upday auf dem operativen Gewinn, dem bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda), lasteten, legte der Wert konzernweit um 5,2 Prozent auf 125,9 Millionen Euro zu. Ohne diese Investitionen wäre die Kennziffer sogar für den Bereich Bezahlangebote, zu dem überwiegend Print-Medien wie «Bild» und «Welt» gehören, leicht gestiegen.

Grösste Stütze war aber erneut das Geschäft mit Internet-Anzeigenportalen wie Stepstone oder Immonet. Der Bereich steuert inzwischen zwei Drittel des gesamten operativen Gewinns bei und liegt auch beim Umsatz vor den Vermarktungsangeboten, zu denen Springer unter anderem seine Privatradiosender und einige Online-Plattformen zählt. Der Umsatz legte konzernweit um 0,4 Prozent auf 783,4 Millionen Euro leicht zu.

Digitale Projekte

Für 2016 peilt das Management um Konzernchef Mathias Döpfner wie bisher einen Anstieg der Gesamterlöse im niedrigen einstelligen Prozentbereich an. Der operative Gewinn dürfte im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. «Bei der Umsetzung unserer digitalen Wachstumsprojekte haben wir im ersten Quartal gute Fortschritte gemacht», sagte Döpfner.

(awp/sda/cfr/chb)