Die Zeichen verdichten sich, dass das Axpo-Projekt «Trans Adriatic Pipeline» den Zuschlag erhalten hat und künftig Erdgas aus Aserbaidschan nach Europa transportieren wird. Bis zuletzt kämpften das TAP und die Konkurrenz-Pipeline Nabucco West um den Zuschlag für den Transport von aserbaidschanischem Gas nach Europa.

Nun haben das verantwortliche Konsortium Shaz Deniz und die Regierung in Baku entschieden. Morgen Mittwoch wird das Konsortium – bestehend aus BP, der staatlichen Ölgesellschaft Socar und der französischen Total - die Eidgenossenschaft über den Vergabeentscheid informieren, wie es aus gut unterrichteten Kreisen heisst. Am Freitag soll öffentlich kommuniziert werden.

Derweil verdichten sich die Zeichen gemäss Recherchen der Handelszeitung, dass TAP gewonnen hat. «Ein Entscheid zugunsten des Axpo-Projekts liegt in der Luft», sagt ein mit dem Dossier vertrauter Insider. So habe sich kürzlich der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev mit EU-Komissionspräsident José Manuel Barroso getroffen, um ihm die Absage ans Nabucco-Projekt persönlich zu erläutern. Nabucco-West wurde lange Zeit von der EU favorisiert.

Anzeige

Gestützt wird die Einschätzung durch ausländische Presseberichte, wonach TAP als «Gewinnerprojekt» aus der Ausmarchung hervorgegangen sei. Der Entscheid soll bereits letzten Freitag gefallen sein. Dies heisst es unter anderem aus rumänischen Regierungskreisen. Dort schätzt man die Chancen für Trans Adriatic Pipeline bei «90 bis 95 Prozent».

TAP wollte am Mittwoch gegenüber der Handelszeitung keine Stellung nehmen.