Der Stromkonzern Axpo klagt gegen den inzwischen insolventen Windparkentwickler Windreich auf Schadenersatz. Die  Streitsumme beläuft sich auf 7,2 Millionen Euro. Es geht um den im Bau befindlichen Windpark Global Tech 1 in der Nordsee. Am Milliardenprojekt ist der Schweizer Stromkonzern mit rund einem Viertel beteiligt und hat bisher über 200 Millionen Franken an Eigenmitteln in den Windpark gesteckt. Axpo fühlt sich vom Entwickler Windreich beim Investitionsentscheid in wesentlichen Punkten hinters Licht  geführt.

52 Millionen für Global Tech 1

«Unserer Mandantin hätte bei Kenntnis dieser Umstände keinesfalls den im Anteilskaufvertrag vom 3. Dezember 2009 vereinbarten Kaufpreis für ihre Beteiligung entrichtet», schreibt die von Axpo mandatierte Anwaltskanzlei. Der Schweizer Konzern zahlte 2009 umgerechnet 52 Millionen Franken für die Anteile an Global Tech 1. Axpo bestätigt die Millionenklage gegen Windreich. Die Höhe der Summe reflektiere den «vorläufigen Streitwert». Gleichzeitig halten die Schweizer fest: «Wir mussten auf der Beteiligung an Global Tech 1 bis heute noch keine Abschreibungen vornehmen.»

100 Millionen Schaden

In einer ersten Forderung im Frühling 2011 machte Axpo an die Adresse von Windreich einen Schaden von gegen 100 Million Euro geltend. Nachdem Windreich auf die Forderung nicht eingetreten war, erging ein halbes Jahr später beim Landgericht Stuttgart eine Klage auf Schadenersatzansprüche ein, und zwar gegen Windreich, deren Gründer Willi Balz sowie der Norderland GmbH, von der Axpo ebenfalls Anteile kaufte. Mit Norderland hat der Stromkonzern mittlerweile eine aussergerichtliche Einigung erzielt.

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