Die Tunnelarbeiten des Stausee-Projekts Linthal 2015 stocken im zentralen, vier Kilometer langen Zugangsstollen. Über ihn sollen dereinst tonnenschwere Apparate in die unterirdische Kaverne des neuen Pumpspeicherkraftwerks transportiert werden.

Ursprünglich hätte der Durchstich Ende Jahr erreicht werden sollen. Die Arbeitsgemeinschaft ist aber erst in der Mitte angelangt. Der Stromkonzern Axpo bestätigt den Verzug beim grössten Bauvorhaben in der Schweizer Energiebranche. «Die Arbeiten am Zugangsstollen 1 weisen einen Rückstand gegenüber der Planung von vier bis fünf Monaten auf.» Der Durchstich wird nun für Frühling 2012 erwartet.

Die Gründe für die Verspätung seien vielfältig. «Die geologische Abfolge von Gesteinen ist nicht wie erwartet, zudem hatten wir mit Wassereinbrüchen und technischen Problemen zu kämpfen», sagt Claudio Giovanoli als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft des Zugangsstollens 1. Anstatt der erwarteten Spitzenleistung von 20 Metern pro Tag schafft die Bohrmaschine im Schnitt nur 15 bis 16 Meter.

Jetzt evaluiere die Bauherrschaft verschiedenste Massnahmen, wie der Rückstand aufgeholt werden kann, sagt der Axpo-Sprecher. Für den Stromkonzern ist die Verzögerung schmerzhaft, die Baufirmen kann sie teuer zu stehen kommen. Ihnen drohen Konventionalstrafen von bis zu 10 Millionen Franken.

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(tno/vst)