Der Energiekonzern Axpo reagiert mit einer Strategieüberprüfung auf die neuen regulatorischen und gesetzgeberischen Rahmenbedingungen in der Schweiz und auf das veränderte Umfeld in den europäischen Energiemärkten. Durch Kostensenkungen und das Erschliessen von zusätzlichen Ertragspotenzialen soll mittelfristig eine Ergebnisverbesserung von deutlich über 100 Millionen Franken pro Geschäftsjahr erreicht werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Unter anderem werde eine Fokussierung im Handelsgeschäft bei den einzelnen Konzerntöchtern geprüft. Daneben sollen Prozesse, Systeme und Strukturen auf ihr Kostensparpotential geprüft werden. Durch Massnahmen müsse aber auch mit einem Abbau an Stellen gerechnet werden. Dessen Höhe - und in welchen Teilen des Konzerns er anfällt - werde indes erst im Lauf der weiteren Projektarbeit festgelegt.

Ersatz von Kernkraftwerken kann nicht geplant realisiert werden

Axpo erwähnt insbesondere die Tatsache, dass in der Schweiz der Bau von Ersatz-Kernkraftwerken nicht wie geplant realisiert werden könne. Für die gemäss Axpo absehbare Stromlücke ab 2020 müssten daher in den nächsten Jahren neue Produktionskapazitäten und Beschaffungskonzepte bereitgestellt werden, was mit Investitionen in Kraftwerke und Infrastruktur in der Höhe von mehreren Milliarden Franken verbunden sei.

Dabei würden neben dem Ausbau der Wasserkraft und der neuen erneuerbaren Energien in der Schweiz und im Ausland auch die Optionen Importe, Gas-Kombikraftwerke in der Schweiz und im Ausland sowie die Bedeutung der dezentralen Produktion in der Schweiz geprüft.

(rcv/kgh/awp)