Die Volkswind GmbH, eine Tochtergesellschaft der Axpo, verkauft der deutschen Chorus Clean Energy AG ein Windpark-Portfolio im Westen Frankreichs. Mit dem Verkauf der vier Windparks setze Axpo die Strategie einer höheren Wertschöpfung aus dem Geschäft mit Windenergie um, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Die Transaktion umfasst ein Volumen von rund 120 Millionen Euro.

Die Windparks haben den Angaben zufolge eine installierte Gesamtleistung von 62,2 Megawatt (MW). Die zwei kleineren der vier Windparks leisten mit 8 Windturbinen 16 MW und sind bereits seit 2015 am Netz; die Inbetriebnahme der beiden grösseren Parks mit insgesamt 46,2 MW und 14 Turbinen wird im Laufe des dritten Quartals 2016 stattfinden. Sie sollen in ihrem ersten vollen Betriebsjahr insgesamt rund 148 Gigawattstunden (GWh) Strom produzieren und den jährlichen Konsum von rund 30'000 Haushalten abdecken.

Stromkonzern in Schieflage

Die vier Windparks befinden sich in der Region Poitou-Charentes im Westen Frankreichs in der Nähe der Atlantikküste. Die Axpo habe zusätzlich zum vereinbarten Verkauf auch einen langfristigen Vertrag über zehn Jahre zur Betriebsführung der Parks abgeschlossen, heisst es weiter.

Der Stromkonzern ist in Schieflage, das erste Halbjahr war zum Vergessen. Sinkende Grosshandelspreise für Strom, die tiefen Öl-, Gas- und Kohlepreise sowie der Stillstand von Block 1 des Kernkraftwerks Beznau machen Axpo schwer zu schaffen. Das Unternehmen versucht derzeit, sein Portfolio zu reduzieren und will deshalb den Kaftwerkpark verkleinern. Im Inland und im Ausland. So gab es jüngst auch Spekulationen um einen Verkauf der Beteiligungen an drei Gaskraftwerken in Italien.

Weitere Windräder im Schaufenster

Axpo hat vor einem Jahr den deutschen Windparkentwickler und -betreiber Volkswind GmbH erworben, dem die jetzt veräusserten vier Windparks in Frankreich gehören. Die Axpo begründete damals die Übernahme mit dem damit möglichen Einstieg des Energiekonzerns in den Bau und Entwicklung von Windanlagen in Deutschland und Frankreich. Von einem möglichen Verkauf der insgesamt 31 Anlagen der Volskwind GmbH dagegen war damals nicht die Rede.

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Dennoch ist es gemäss Axpo-Sprecher Tobias Kistner weder ein Notverkauf, um den Kassenstand der Axpo zu verbessern, noch ein Bruch mit der angekündigten Strategie. «Wir haben Volkswind gekauft, um verschiedene Optionen im Geschäft mit Windenergie zu haben», sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Dazu gehörten neben der Betriebsführung, der Entwicklung und dem Bau von Windparks auch der Verkauf einzelner Anlagen. Der jetzige Verkauf heisse nicht, dass auch die anderen 27 Volkswind-Anlagen veräussert werden sollen. Ein Verkauf sei zwar eine Möglichkeit.

(awp/sda/ise/ama)