Lange sah alles so aus wie eine der typischen tristen Geschichten aus dem Berggebiet: Die allgemeine Abwanderung aus dem Val Tujetsch drohte der lokalen Dorfbäckerei, die Reto Schmid 2004 von seinen Vater übernommen hatte, den Garaus zu machen.

Bereits war die Belegschaft von 30 auf nur noch 13 Personen geschrumpft, als Schmid 2014 auf die Idee kam, seine Hausspezialität als «die wohl kleinste Bündner Nusstorte der Welt» international zu vermarkten.

Von 3000 auf 20 000 Törtchen pro Stunde

Der Mut zahlte sich aus: Heute werden in Sedrun jährlich über fünf Millionen Mini-Törtchen produziert und in 13 Länder, von den USA bis Japan, exportiert. 3000 Törtchen pro Stunde sind es heute, demnächst sollen es 20 000 sein. Denn Schmid baut eine neue Produktionshalle mit vergrösserten Kapazitäten.

Unterstützt wird das Sieben-Millionen-Franken-Projekt von der Schweizer Berghilfe, die 750 000 Franken für die Restkostenfinanzierung gibt, beeindruckt von «der ausserordentlich hohen Wertschöpfungssteigerung im Berggebiet».

40 Vollzeitangestellte sollen nach Abschluss für Conditoria tätig sein, ein Drittel mehr als vor Abwanderung und Krise. Die Berghilfe wolle damit zeigen, dass man längst nicht mehr vornehmlich landwirtschaftliche Projekt fördere, so Kilian Gasser von der Medienstelle.

Anzeige

Diese und weitere Geschichten lesen Sie in der neuen BILANZ, erhältlich am Kiosk oder mit Abo bequem im Briefkasten.

Jetzt abonnieren