Die «Bad Bank» der in der Finanzkrise kollabierten Hypo Real Estate (HRE) kommt beim Abbau der Altlasten voran. Viele einst toxische Kredite und Wertpapiere lassen sich inzwischen wieder gut verkaufen, wie die staatliche FMS Wertmanagement am Donnerstag mitteilte. Andere Portfolios konnten zumindest günstig restrukturiert werden, um die Verwertungschancen zu erhöhen. Am Ende stand zum Halbjahr ein Ergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit von 376 (Vorjahr: 75) Millionen Euro zu Buche, nach Steuern waren es 331 Millionen. Auch im Gesamtjahr peilt die FMS wieder schwarze Zahlen an. Das wäre dann der dritte Jahresgewinn in Folge.

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Das Gesamtportfolio an Staatsanleihen, Immobilienkrediten sowie Projekt- und Infrastrukturfinanzierungen schrumpfte seit Jahresbeginn noch einmal um sieben Prozent auf 110,7 Milliarden Euro. Ursprünglich hatte die HRE - Deutschlands grösster Pleitefall in der Finanzkrise - in die FMS Schrottpapiere im Volumen von mehr als 175 Milliarden Euro geschoben. Sie sollen dort über die nächsten Jahrzehnte auf Kosten des Steuerzahlers abgebaut werden, damit die gesunden Teile der HRE einen Neuanfang schaffen können.

EU verlangt baldige Privatisierung

Die HRE-Nachfolgerin Pfandbriefbank pbb schreibt auch wieder Gewinne. Sie muss auf EU-Geheiss im Gegenzug für die Staatshilfen bis Ende 2015 privatisiert werden. Der Prozess ist angelaufen, während der Bund vor wenigen Monaten überraschend die Abwicklung des Schwesterinstituts Depfa beschlossen hatte. Der deutsch-irische Staatsfinanzierer landet nun ebenfalls in der «Bad Bank».

Nach den Worten von FMS-Chef Christian Bluhm wird «mit Hochdruck» an der Depfa-Übernahme gearbeitet. Das zweite grosse Projekt ist der laufende Verkaufsprozess für die Servicegesellschaft der «Bad Bank», der bis Jahresende abgeschlossen sein soll. Während die Servicegesellschaft nach einem Verkauf auch für andere Kunden tätig werden könnte, will sich die FMS dann auf ihre reine Abwicklungsarbeit konzentrieren. Ähnliche Pläne hatte bis vor kurzem auch der WestLB-Nachfolger Portigon für seine Dienstleistungstochter PFS gehegt. Der Verkauf wurde aber mangels Interessenten wieder abgeblasen.

(reuters/gku)