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BAE-Grossaktionär: Bedenken gegen Fusion mit EADS

Der A380 als grösster Passagierjet ist das Aushängeschild der EADS (Bild: Keystone)

Der europäische Flugzeugbauer EADS kann sich nicht so einfach mit dem britischen BAE-Konzern zusammenschliessen. Politik und Grossaktionäre stellen sich zunehmend quer.

Veröffentlicht am 08.10.2012

Die Rüstungskonzerne EADS und BAE Systems bekommen bei ihrer geplanten Fusion weiteren Gegenwind aus den Reihen der Anteilseigner. Der grösste BAE-Aktionär, der Investmentfonds Invesco Perpetual, hegt Bedenken gegen das Vorhaben. «Invesco versteht die strategische Logik des geplanten Zusammenschlusses nicht», heisst es in einem Schreiben. Auch die zu erwartende hohe Staatsbeteiligung an dem entstehenden Gesamtkonzern passt dem Grossinvestor nicht.

BAE Stellung gefährdet?

Aus Sicht der Fondsgesellschaft, deren Fonds den Angaben zufolge 13,3 Prozent der BAE-Anteile halten, würde eine Fusion mit EADS die Stellung von BAE auf dem US-amerikanischen Rüstungsmarkt untergraben. Im Gegensatz zum stark politisch beeinflussten EADS-Konzern ist BAE Systems auf dem amerikanischen Rüstungsmarkt gut im Geschäft. Noch seien keine Vorteile aus der Fusion erkennbar, die diesen Nachteil ausgleichen könnten, argumentiert der Grossaktionär.

Der Fonds fürchtet zudem, dass die Konzernführung stärker an politischen Überlegungen ausgerichtet wird und die Interessen der Aktionäre ins Hintertreffen geraten.

Zuviel Einfluss der Politik

EADS-Chef Tom Enders hatte bereits in der Vergangenheit einen zu grossen Einfluss der Staaten auf die Standort- und Geschäftspolitik des Konzerns beklagt. Am Sonntag forderte der britische Verteidigungsminister Philip Hammond, dass Frankreich und Deutschland bei einer Fusion von EADS und BAE ihre Beteiligungen reduzieren. Derzeit werden die staatlichen Interessen an EADS über Industriekonsortien wahrgenommen. Die deutschen Anteile sind beim Autobauer Daimler gebündelt.

(tke/chb/sda)

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