Hygiene ist definiert als «Lehre von der Verhütung von Krankheiten und der Erhaltung und Festigung der Gesundheit». Die Begriffe Spital und Hygiene sind somit eng verknüpft, da in diesem Ort Kranke oder Verletzte wieder gesund werden sollen. Meist leiden die Patienten entweder selber an einer Infektionskrankheit oder sie sind aus verschiedenen Gründen immungeschwächt und daher infektionsanfällig. Es entsteht somit eine Situation, in welcher infektionsanfällige Menschen und durch eine breite Anwendung von Antibiotika resistent gewordene Keime zusammentreffen. Aus diesem Grund kommt der Prävention der Keimübertragung und der Aufrechterhaltung eines hohen Hygienestatus ein grosser Stellenwert zu.

Erfassung Hygienestatus

Die Erfassung des Hygienestatus basiert zuerst auf einer Risikobeurteilung, in welcher die möglichen Gefahren mit dem Ausmass ihrer Auswirkungen, der Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts, den Ursachen und den Massnahmen zur Risikominimierung betrachtet und erfasst werden. So kann nach dem bekannten Prinzip «Erkennen - Vermeiden - Bekämpfen» ein hoher Hygienestandard mit dem Einsatz angemessener Mittel erreicht werden. Diese Risikobeurteilung und die Wirksamkeit der darin festgelegten Massnahmen werden mit Hilfe eines systematischen Monitorings überwacht. Damit ist der Hygienestatus stets bekannt, Probleme können frühzeitig erkannt und entsprechende vorbeugende Massnahmen rasch und effizient durchgeführt werden. Sinnvoll sind hier beispielsweise regelmässig stattfindende Hygienekommissionen und die Zusammenarbeit mit erfahrenen und hochqualifizierten Dienstleistern.

Eine wichtige Massnahme, um einen hohen Hygienestandard zu erreichen und zu erhalten, ist die Reinigung, weil dadurch Keime entfernt werden oder ihnen die Nahrungsgrundlage entzogen wird. Wo notwendig, wird die Anzahl der Keime durch eine Desinfektion reduziert. Damit aber durch die Reinigungstätigkeiten nicht einer Keimverschleppung Vorschub geleistet wird, wird eine zweckmässige Reinigungstechnik mit der konsequenten Anwendung eines Farbensystems und dem Einsatz von Einweg-Reinigungstüchern und geeigneten Reinigungsmitteln in der korrekten Dosierung eingesetzt.

Anzeige

Gefährliche Personenhygiene

Jedoch werden auch in einer hygienischen Umgebung Keime eingeschleppt und übertragen. Das grösste Augenmerk liegt hier in der Sicherstellung von konsequenter Personalhygiene, da vielfacher Patientenkontakt den häufigsten Übertragungsweg für Keime darstellt. Hier helfen Hygieneschulungen, in denen die Kenntnisse der Hygiene vermittelt und wichtige Massnahmen wie Händehygiene geübt werden. Die Schulungen sollten laufend wiederholt werden, da die Schulungswirkung schon nach kurzer Zeit nachlässt und somit nur durch eine erneute Schulung aufrechterhalten werden kann.

Hygiene beinhaltet somit viele Faktoren mit dem wichtigsten Faktor Mensch, der durch gute Kommunikation und fruchtbare Zusammenarbeit bestmögliche Resultate erzielt.