Sein Abschied ist verkündet, binnen der kommenden zwölf Monate will Microsoft-Chef Steve Ballmer seinen Posten räumen. Zeit für ihn, Bilanz zu ziehen. Auf einer Konferenz mit Finanzmarktanalysten gab Ballmer jetzt tiefe Einblicke in sein Innenleben - und verriet seinen nach eigener Einschätzung grössten Fehler: Vor allem ärgert Ballmer, dass er den Einstieg des US-Konzerns in den zukunftsträchtigen Markt der Smartphones verpasst habe. «Das ist die Sache, die ich am meisten bedaure», sagte er.

Zu starker Fokus auf Windows

Der Blick Microsofts sei nach der Jahrtausendwende so stark auf das PC-Betriebssystem Windows gerichtet gewesen, dass es das Unternehmen nicht geschafft habe, Personal für das sich abzeichnende Geschäft um «das neue, Telefon genannte Gerät» abzustellen. Sich stärker um das Feld mobiler Geräte zu kümmern, «wäre besser gewesen für Windows und unseren Erfolg in anderen fremden Feldern» sagte Ballmer. Heute habe Microsoft «praktisch keinen Anteil» in dem milliardenschweren Zukunftsmarkt.

Ballmers erste Reaktion auf die Ankündigung des iPhones ist inzwischen legendär. «500 Dollar? Das ist das teuerste Telefon der Welt», hatte er 2007 an einer Medienkonferenz ausgerufen. «Und es eignet sich nicht für Geschäftskunden, weil es keine Tastatur hat.»

Microsoft hinkt bei Smartphones noch immer hinterher

Anzeige

Heute tut sich Microsoft noch immer schwer, im Markt für mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tabletcomputer Fuss zu fassen. Im Feld der Smartphones kooperiert Microsoft mit dem finnischen Konzern Nokia, dessen Handy-Sparte der US-Konzern im kommenden Jahr übernimmt. Microsoft stattet Smartphones von Nokia mit seinem Betriebssystem Windows Phone aus. Ballmer hatte im Jahr 2000 die Führung des Konzerns von Microsoft-Gründer Bill Gates übernommen. Ende August kündigte er an, er werde innerhalb der kommenden zwölf Monate seinen Posten räumen.

(sda/moh/jev)