Microsoft will laut einem Zeitungsbericht bis Ende des Jahres einen Nachfolger für den scheidenden Konzernchef Steve Ballmer finden. Zunächst wolle der Verwaltungsrat die Kandidaten-Liste auf drei bis fünf Personen trimmen, schrieb die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Wochenende.

Bisher wurden unter anderem der Ford-Chef Alan Mulally und der bisherige Nokia-Lenker Stephen Elop als mögliche Ballmer-Nachfolger gesehen. Der langjährige Microsoft-Chef hatte im August seinen Rückzug binnen eines Jahres angekündigt.

Ballmers erstes ausführliches Interview

In seinem ersten ausführlichen Interview nach der Entscheidung beschrieb Ballmer, wie er zu der Einsicht gekommen sei, dass er den Weg für einen neuen Chef freimachen müsse. Er habe ursprünglich den Umbau von Microsoft noch vier Jahre selbst anführen wollen, sagte der 57-Jährige dem «Wall Street Journal».

Die Verwaltungsräte hätten jedoch immer mehr Druck gemacht, das Tempo des Wandels zu erhöhen. Irgendwann zum Mai habe er das Gefühl bekommen, dass er selbst eventuell als Teil des alten System dem Umbau im Wege stehe, sagte Ballmer.

«Vielleicht bin ich ein Symbol einer alten Ära»

«Vielleicht bin ich ein Symbol einer alten Ära und muss weiter gehen», so der 57-Jährige. «So sehr ich alles liebe, das ich mache», so Ballmer, sei das Beste für Microsoft auf dem Weg in eine neue Ära ein neuer Anführer, der die Veränderung beschleunigen werden. «Egal, wie schnell ich verändern will: es wird bei allen Beteiligen – Mitarbeiter, Verwaltungsräte, Investoren, Partner, Kunden – Zweifel geben, dass ich es ernst meine.»

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(sda/moh)