Die Basler Versicherungen haben im April die Einführung einer neuen Kern-Versicherungslösung still und leise gestoppt. Laut dem IT-Nachrichtenportal «Inside Channels» wollte die Versicherung die Standard-Lösung «V’ger P&C» des kleinen deutschen Software-Herstellers Novum einführen und damit ihre bisherigen Eigenentwicklungen ablösen. Jetzt ist die Zusammenarbeit mit dem deutschen Unternehmen gestoppt worden - dennoch soll das Projekt, die veralteten Eigenlösungen zu ersetzen, weitergeführt werden.

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«Die Baloise hat im April entschieden, die Zusammenarbeit mit Novum bei der Entwicklung einer neuen Schadenversicherungsplattform aufzulösen. Das Projekt selber wurde nicht abgebrochen,» sagte Baloise-COO Urs Bienz gegenüber einer Anfrage von Inside Channels.

Kein Kommentar aus Deutschland

Während sich Novum-CEO Michael Kraus offenbar nicht zu den Gründen äussern wollte, weshalb die Einführung der Software bei Baloise abgebrochen wurde, sagt Bienz gegenüber dem IT-Nachrichtenportal, zwischen Novum und der Basler Versicherungen habe es «unterschiedliche Auffassungen über den Projektfortschritt» gegeben. Den Ausschlag für den Stopp der Zusammenarbeit hätten «durch Novum angekündigte Projektverzögerungen und Kostenüberschreitungen gegeben», so Bienz.

Die Baloise wurde damit bei der Einführung einer neuen Kernversicherungs-Lösung für die Administration von allen Schadenversicherungen um ein bis zwei Jahre zurückgeworfen. Wie viel die Beendigung der Kooperation mit Novum gekostet hat, sagt die Baloise nicht: «Über die Kosten äussert sich die Basler nicht öffentlich», so Bienz.

Teurer Abbruch

Jetzt überprüft das Unternehmen offenbar die Ausrichtung und den Umfang des Projektes. «Zur Diskussion stehen verschiedene Szenarien. Diese reichen von neuer Standardsoftware bis zur Entwicklung einer eigenen Verwaltungsplattform», so Bienz gegenüber Inside Channels.

Die Erneuerung einer Kernversicherungs-Lösung ist nicht unbedingt billig. Als Faustregel gilt, dass die Einführung einer neuen Kernlösung für Nicht-Leben-Versicherungen etwa 30 bis 50 Millionen Franken kostet.

(rcv/aho)