Der Versicherungskonzern Bâloise hat im vergangenen Jahr den Gewinn um 3,7 Prozent auf 453 Millionen Franken gesteigert. Das Geschäftsvolumen der in mehren europäischen Ländern tätigen Gruppe stieg um 7,8 Prozent auf gut 9 Milliarden Franken, wie das Unternehmen mitteilte.

Stark gewachsen ist die Bâloise mit klassischen Lebensversicherungen sowie mit vermögensverwaltungsähnlichen Produkten, bei denen das Volumen je um über 10 Prozent anstieg. Die Lebensversicherungssparte habe ihre Ertragskraft um die Hälfte gesteigert, hiess es.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Gut im Geschäft ist die Gruppe mit der beruflichen Vorsorge in der Schweiz. Wie Konzernchef Martin Strobel während einer Telefonkonferenz sagte, sind bei kleineren und mittleren Unternehmen insbesondere Vollversicherungen gefragt, bei denen der Versicherer die Anlagerisiken einer Firmen-Pensionskasse übernimmt.

«Historisch hohe Belastung»

Im Sachversicherungsgeschäft legte die Gruppe beim Ertrag um 3,6 Prozent zu. Laut Konzernchef Strobel erlebte die Bâloise eine «historisch hohe Belastung» durch Unwetterschäden. Am stärksten wirkten sich die Hochwasser vom letzten Sommer in Deutschland aus. Dazu ereigneten sich Hagelzüge in fast allen Ländern, in denen die Gruppe tätig ist.

Der Anteil von Schadenlasten und Verwaltungskosten an den Prämieneinnahmen der Sachversicherungen, die so genannte Combined Ratio, stieg um 0,8 Prozentpunkte auf 94,9 Prozent. Das Sachgeschäft steigerte den Ertrag um 3,6 Prozent.

Die Dividende für die Bâloise-Aktionäre soll leicht steigen: Statt 4,50 Franken wie im Vorjahr schlägt der Verwaltungsrat vor, pro Anteilschein 4,75 Franken auszuschütten.

Keine Angst vor US-Fahndern

Keine Sorgen plagen Konzernchef Strobel wegen des Geschäfts mit sogenannten Versicherungsmänteln, wo die Bâloise der nach dem reinen Lebensversicherer Swiss Life der zweitwichtigste Anbieter in der Schweiz ist: Versicherungsmäntel sind Produkte, bei denen der Versicherer für reiche Privatkunden Prämien bei Banken deponiert.

Diese Vorsorgevehikel stehen im Verdacht, als Steuerschlupflöcher dienen zu können. Im Februar hatte das «Wall Street Journal» berichtet, dass dies den Argwohn der amerikanischen Steuerfahndern geweckt habe. Laut Bâloise-Chef Strobel hat die Gruppe aber kaum US-Kunden.

(sda/dbe/sim)