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Versicherung
Baloise lanciert Versicherungen für Handy, Kamera und Bügeleisen

Minipolicen
Baloise lanciert eine Online-Versicherung für einzelne Gegenstände.Quelle: Keystone

Der Versicherer lanciert Mini-Versicherungen für Gegenstände. Die Digitalisierung macht möglich, was bisher zu teuer war.

Von Michael Heim
am 06.02.2018

Der Versicherer Baloise will den Schweizer Markt mit Minipolicen erobern. Er lanciert eine Online-Versicherung, mit der sich einzelne Gegenstände gegen Diebstahl, Beschädigung oder auch Verlust versichern lassen. Diese Gegenstandsversicherung deckt rund sechzig Objekttypen ab: vom Handy über die Kamera bis zum Bügeleisen. Man werden «in Europa zum ersten echten Einzelstückversicherer», schreibt die Baloise.

Versicherbar sind Objekte ab einem Wert von 100 Franken. Der Kunde erfasst sie mit der Handy-Kamera, macht Angaben zu seiner Person und bezahlt per Kreditkarte. Die Prämien hängen von der Deckung und vom Objekttyp ab. So ist es teurer, ein technisches Gerät gegen Beschädigung zu versichern als eine Uhr.

Minipolicen dank Digitalisierung

Dass sich so kleine Versicherungspolicen lohnten, sei eine Folge der technischen Entwicklung, sagt Projektleiter Philipp Marty. «Der ganze Prozess für den Abschluss ist digital und verursacht keine Kosten mehr.» Die Höhe der Deckung spiele daher praktisch keine Rolle. «Wir könnten theoretisch auch Policen mit Prämien von 50 Rappen ausstellen.»

Die Baloise zielt mit diesem Ansatz auf das Massengeschäft. Sie verspricht sich viel von Kooperationen – etwa mit dem Handel. So prüft sie derzeit die Zusammenarbeit mit Bijouterien für die Versicherung von Uhren. Mit diesen hat sie die neue Online-Versicherung vorab getestet. «Wir hatten auf diese Tests zwar eine grosse Resonanz in der Branche», sagt Marty. «Aber wir sahen auch, dass wir an den Verkaufspunkt müssen, um die Kunden zu erreichen.»

Webanwendungen, keine Apps

Die Baloise setzt bis anhin auf reine Weblösungen und nicht auf Apps. «Die Absprungrate ist bei Apps viel höher», sagt Marty. «Denn da muss sich der Kunde erst registrieren, bevor er sieht, worum es geht.» Bestätigt fühlt sich der Versicherer von Erfahrungen in Deutschland. Dort lancierte die Baloise vor einem Jahr den auf digitalaffine Kunden ausgerichteten Online-Versicherer Friday. Dessen Policen werden ausschliesslich über eine Website vertrieben. Wichtig sei, dass diese für Handys optimiert sei, sagt Marty. «Mehr als die Hälfte der Abschlüsse bei Friday geschehen mobil.»

Der Aufwand für die Entwicklung neuer Online-Angebote habe stark abgenommen, sagt Produktmanager Marty. «Eine einfache Anwendung entwickeln wir heute zusammen mit unseren Partnern in einem Monat. Früher dauerte das ein Jahr.» Für die Gegenstandsversicherungen arbeitet die Baloise mit den Entwicklern Kasko und Picsure zusammen.

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