Hunderte Textilarbeiter haben am Sonntag in Bangladesch für die Auszahlung monatelang zurückgehaltener Löhne demonstriert. Etwa hundert Arbeiter, die seit Montag vergangener Woche im Hungerstreik sind, wurden in Spitäler gebracht.

Handelsminister Tofail Ahmed bat die Demonstranten in einem Statement darum, ihm ein bis zwei Tage zur Lösung der Situation zu geben. Demnach geht es um Forderungen in Höhe von 470'000 Franken.

Besitzer in Haft

Die Streikenden arbeiten in fünf Fabriken der Tuba-Gruppe, zu der auch die Tazreen-Fabrik gehört. Dort waren bei einem Brand vor knapp zwei Jahren 112 Menschen gestorben.

Der Besitzer der Gruppe, Delwar Hossain, wurde wegen mutmasslichen Totschlags festgenommen. Die Arbeiter der Fabriken erzählen, ihr Lohn werde mit Absicht zurückbehalten, um die Freilassung auf Kaution von Hossain zu erpressen.

Kleider für Lidl

Laut der Kampagne für Saubere Kleidung wird in den Fabriken auch für Lidl produziert. Eine Lidl-Sprecherin sagte dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel», man verfolge die Situation aufmerksam. Bislang sei es zu keinen Problemen gekommen.

(sda/gku)